| 6.IIII.1923
Lieber Herr Direktor,
der Ueberbringer dieses Briefes, der Ihnen durch seine untergeordnete Tätigkeit bei der U.E. bereits bekannt sein dürfte, ist mein ehemaliger Schüler hans eisler. Er wird versuchen Ihr Interesse für seine Klaviersonate zu erwekken und für eine noch nicht ganz vollendete Oper. Leider kenne ich keinen Ihrer jüngeren Autoren gut genug, um ihm eine wirksame Empfehlung an Sie zu erbitten und kann ihn daher nur mit meinem geringfügigen Wort zu nützen versuchen. Immerhin möchte ich erwähnen, dass er mir seine Sonate neulich vorgespielt hat, worauf ich spontan den Entschluss fasste, sie aus Programm des nächsten Prager V.-Konz. zu setzen--ein Vorgehen, für das ich gewiss den Tadel aller Einsichtigen verdiene (die Neidischen eingeschlossen). Ich gebe Ihnen natürlicherweise keinen Rat; denn dadurch, dass ich Ihnen seinerzeit x-male die Werke von Webern und Berg empfohlen habe, ist meine Urteilslosigkeit und mein Instinktmangel wohl für alle Zeiten bewiesen.
Machen Sie also ws Sie wollen.
Besten Gruss
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