| Date from letter: | 1923.01.09 Filing Element: 1923.01.09 ID: 775 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B007753 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | Es liegt mir vollkommen fern Sie zu beleidigen ode | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Description: | Response to Schoenberg's correspondence written on back of original letter. SatCollL10, rl.9, fr.146 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Transcribed | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | ARNOLD SCHOENBERG MOEDLING BEI WIEN BERNHARDG. 6 T.118 9.?I. 1923 Herrn TISCHER & JAGENBERG, KOELN: Es liegt mir vollkommen fern Sie zu beleidigen oder zu schädigen. Ich bin jederzeit bereit den geringsten Schimmer einer Beleidigung durch weitgehende Entschuldigung zu löschen und, auf jeden Vorteil zu verziehten, der sie ungerchterweise schädigt. Aber ich verlange: klare, unwiderlegbare, einwandfreie Beweise. Geht aus diesen hervor, dass von der nachgewiesenen bestellten Exemplaranzahl nachgewiesenermassen noch die entsprechende Stückzahl vorhanden ist, so werde ich mich nicht nur entschuldigen, (obwohl auch ich auf eine Entschuldigung anspruch hätte), sondern meine Bereiwilligkeit zu einem gerchten Friedensschluss mit standesgemässer Noblesse bekunden. Gegenenwärtig stehe ich auf dem Standpunkt, dass der Chor "Friede auf Erden" Ihr Eigenthum nicht mehr ist. Wenn ich mich zu einem Friedensschlusse in irgend einer Form geneigt zeigen soll, so müsste ich vor Allem Garantien dafür haben, dass das sittliche Niveau meiner Handlungsweise mitfühlend begriffen, dass berücksichtigt wird, wie berchtigt mein Vorgehen schon um des Umstandes willen ist, dass die beiden Verleger, welche mir seit Jahren keine Abrechnung geschickt haben, Ihr Verlag und der Dreililien-Verlag des Herrn Max Marschalk in Berlin, zum Schaden Spott fügen, mich ironisieren und meine gerechten Vertragsgemässen Ansprüche verhöhnen, während Peters- und Universal-Edition mir die Achtung, die mir gebührt stets in angemessener Form bezeigt und darüber hinausgehende Beweise von Wertschätzung gegeben haben. Muss ich dem gegenüberstellen, dass, während Herr Dr. Tischer mir in seiner Musikzeitung vorwirft, dass meine Kompositionen errechnet sind (was kein Malheur wäre, wennsie gut sind) ich mit Groll erzählen muss, dass die Erträgnisse meiner Kompositionen dagegen nicht verrechnet sind. Sicher steht auch Herr Max Marschalk (ich weiss es zwar nic nicht) auch auf dem Standpunkt, dass, wenn er nur mneine[!] Erträgnisse hat, er doch nicht mehr meine Werke zu schätzen nötig hat. Die Berechtigung meines Grolles muss in einwandfreier Form anerkannt werden, ehe ein Friede in irgend einer Form zustandekommen kann. Ein solcher ist auf zwei Arten denkbar: 1.) Es wäre möglich den erloschenen Vertag[!] zu erneuern (in diesem Fall würde ich als eine neue die Forderung stellen dass, um den Absatz zu erhöhen, die Universal-Edition den Chor in ihren Katalogen anzeigt, wozu sie sich hoffentlich bereit finden wird. 2. Es könnte der Chor in den Verlag der U.E. übergehen. Erste Voraussetz[u]ng für beide Möglichkeiten ist, dass ich eine Erklärung erhalte, in welcher nichts behauptet wird, was nicht einwandfrei beweisen wurde. Ich glaube nun meinent Friedenswillen deutlich genug gezeigt zu haben. Aber ich kann mit diesen Vorschlägen när bis 10. Februar im Wort bleiben. Bin ich bis zu diesem Termin nicht, vollauf befriedigt, so werde ich ohne wieter ein Wort zu verlieren, die Verhandlungen als abgebrochen ansehen. Hochachtungsvoll Arnold Schönberg *) Mit anderen Worden: sie darf nur als solche bewiesene Tatsachen anführen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||