| Wien, 24.4.1920
Lieber Herr Marschalk,
ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen den ich Ihnen wie ich glaube schon einmal gemacht habe, der aber vielleicht jetzt, wo unser Vertragsvarhältnis ablauft noch mehr Sinn hat. Ich wäre nämlich bereit, Ihnen meine 6 im Verlag Dreililien erschienenen Werke: 4 Hefte Lieder op. I, 2, 3, u. 6, Sextett op. 4, Quart. op. 7 in der Wiese ganz zu überlassen, daß ich auf meine Gewinnanteile gegen eine Entschädigung von 1000 (tausend) Mark ganz verzichte. Wenn sie diesen Vorschlag annehmen wollten müßten sie mir Ihre Zustimmung bis spätestens I. Mai d.J. (ev. telegr.) mitteilen und den Betrag per Expr-Brief (Eilbrief) sofort senden, da ich die Sache nur deswegen mache weil dringendst Geld brauche und, wenn ich es nicht bis spätestens am 3. habe, habe ich zu diesem Verkauf keinen Anlas[s] mehr.
Lieb wäre mir wenn Sie mir eventuell ein Rückkaufsrecht innerhalb dreier Jahre in der Weise zugestehn wollten, daß ich zu diesem Zwecke einen Betrag von 2000 M. (zweitausend Mark) zu zahlen hätte und mir zusichern wollten daß, falls Sie meine Werke an einen andern Verlag übertrügen, etwa an die Universal-Edition, mir ebenfalls das Recht zustehn sollte durch Zahlung von 2000M. mir die Beteiligung an den Tantiemen wieder zu erwerben.
Sollten Sie diese Klausel auch annehmen so wäre ich Ihnen sehr dankbar: wenn nicht so müssten Sie das in Ihrer Antwort ausdrücklich erwähnen.
Ich glaube dass dieser Vorschlag für den Dreil. Verl. günstig und annehmbar wäre. Denn Sachen wie Wald so[ilg.]ne op. 2 Nr 4 Frundsberg, Hochzeitslied, Geübtes Herz aus op. 3 oder Mädchenlied, Am Wegrand und Lockunk[!] aus op. 6 werden sicher bald Schlager sein und jedes für sich allein mehr als diesen Betrag einbringen.
Ob ich auf den Vorschlag bez. Pelleas eingehen kann, werde ich Ihnen in 2 bis 3 Tagen mitteilen können, weil Dir. Her[t]zka, dessen Zustimmung ich brauche verreist ist. Herzliche Grüße Ihr
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