Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

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Date from letter: 1917.06.10 Filing Element: 1917.06.10
ID: 486
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B004864
To
Name: Kirchberger, Hans Fritz
Title: Herr Doktor
First Line: ich konnte Ihren freundlichen Brief nicht früher b
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Language: G, German
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Version: Final version
Text: Herrn Dr. Kirchberger (Zehme)

10. Juni 1917

Sehr geehrter Herr Doktor,
ich konnte Ihren freundlichen Brief nicht früher beantworten, weil ich mich mit Dr.Her[t]zka besprechen wollte (meinem Verleger): Universal Edition) der mir zugesagt hat, mich in dieser Angelegenheit zu unterstützen. Er hat mir geraten, fürs erste einmal die Abrechnung zu beanstanden. Und zwar:
1. Da bei einer Anzahl von Werken die Gutschriften erst nach Deckung der Herstellungskosten beginnen, so möchte ich bitten zu verlangen, daß er[?] die Herstellungskosten vergütet[?]. Nämlich:
a) die Größe der Auflage und der dafür gezahlte Betrag
b) die Anzahl der Auflagen
2. Eine vollständig detaillierte Aufstellung über die Verkäufe zu fordern. Nämlich:
a) nach den Werken geordnet (ob Partitur und Stimmen)
b) für jeden Rechnungsabschnitt gefordert,
c) genau für jede Gattung die Ladenpreisangaben, der Prozentsatz der Beteiligung und Hinweis auf Oper und welcher [Paragraph] des Vertrages der Ansatz so ist;
(Nr 3: Dr. Her[t]zka findet eine solche Art der Abrechnung wie Marschalk sie schickt, ziemlich unzulässig)
3. Aufklärung darüber, warum in der Arrechnung einzelne Posten mit 40% berechnet sind , wo doch in den q[u]itierten [Paragraphen] nur von 25%, 33 1/2% u. 50% die Rede ist.
Ich bitte Sie nun nach eignem Ermessen vorzugehen. Wenn es Ihnen angemessen erscheint, so werde ich Ihnen noch über andere Streitpunkte das Nötige mitteilen. Wenn Sie aber auch der Ansicht, des Dr. Her[t]zka sind, daß es genügt, einstweilen genaue Rechnungslegung[?] zu fordern, so kann ich natürlich[?] abwarten, bis Dr. Her[t]zka geprüft hat, ob die Abrechnung über jene Werke, die in die Universal Edition aufgenommen wurden, vorläufig richtig sind.
Für alle Fälle möchte ich Ihnen als Illustration[?]noch mitteilen, daß mir eine Abrechnung mit einer Gutschrift von 876 Mark, wie die von 1913/1914 überhaupt nicht zu Gesicht gekommen ist.
Es[?] scheint also außer Zweifel, daß Marschalk mir von Eingängen überhaupt keine Mitteilung machen wollte. Ich habe deshalb jedes Vertrauen zu dem Verlag verloren.
Ferner ist es eine [ilg.]fragliche[?] Sache, ob ich auf bei allen Werken erst[?] [ilg.] nach Deckukng der Herstellungskosten auf Gutschriften Anspruch habe, da ich nicht auf alle Vorschuß erhielt.
Auch bezweifle ich überhaupt die Richtigkeit der Abrechnung, da meine bei der Univ. Ed. erschienenen Werke weit höhere[?] Erträgnisse liefern.
Ferner fallen Abrechnungen über jene Exemplare, die der Dreililien Verlag [ilg.] überhaupt fort.(Er hat nämlich für alle Werke der Univ. Edition das Verkaufsrecht übertragen, so daß sowohl diese, als auch er[?] selbst die Werke kaufen[?] können.--Von dem Abschluß dieses Vertrages, bei dem er[?] sich bei[?] der Universaledition ausbedungen hat, daß mir keine Mitteilung über die Gänge der Lieferungen und Verkäufe gemacht werden dürfen, hat er mich nicht verständigt.)
Es kommen noch einig Streitfragen dazu; aber damit will ich Sie einstweilen nicht belästigen.
Ich danke Ihnen recht herzlichst dafür, daß Sie sich meiner annmehmen; es schient sehr nötig, denn ich befinde mich da wohl in den übelsten Händen.
Nochmals herzlichen Dank. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst
Arnold Schönberg
Dr. Kirchberger
(Zehme)

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