Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

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Date from letter: 1914.07.11 Filing Element: 1914.07.11
ID: 428
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B004282
To
Name: Hertzka, Emil
Title: Herr Direktor
First Line: obwohl sehr beschäftigt, beantworte ich doch sofor
Language: G, German
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Version: Final version
Text: 11/7. 1914

Lieber Herr Direktor, obwohl sehr beschäftigt, beantworte ich doch sofort Ihren Brief.
Ich sehe den gewissen Propagandawert des geplanten Sammelwerkes ein. Aber ich bin – durch meine Eindrücke von solchen Ausgaben – ein so angesagter Feind solcher Zusammenstellungen, dass ich mich nicht ohneweiteres entschließen kann, Ihnen meine Zusage zu geben. 1–2 solcher Lieder machen da stets einen so uncharakteristischen Eindruck – im besten Fall; meist aber wirken sie direkt unsympathisch: wie einer der fühlt, dass er „beliebt“ ist und sich „beliebt“ benimmt. Das hasse ich!
Aber da ich einerseits weiß, dass Sie meine Zustimmung (abgesehen von der Tantièmenfrage) nicht nötig haben und ich Ihnen unbedingt den Gefallen nicht abschlagen will, mache ich Ihnen den Vorschlag, mich wenigstens durch Werke zu verbreiten, die für mich charakteristisch sind und erkläre mich bereit den Abdruck von
2 Liedern aus den George-Liedern
unter den von Ihnen geforderten Bedingungen zu gestatten, wenn Sie mir dafür zusagen, von diesem Heft (wo es ohnedies kaum Sinn hat) keine weiteren Einzelausgaben zu vorenthalten.
Damit wären 2 Fragen befriedigend gelöst:
1. haben die George-Lieder eine solche Propaganda eher nötig, als die Orchesterlieder, denen sie weniger nützt, weil ja das Original für Orchester ist !!!
2. Ist auch mein Schaden dabei weit geringer, als wenn ich auf die Ertragsmöglichkeit eines Drittels eines opus ganz verzichte, was Sie wohl bei Ihrem freundschaftlichen Interesse für mich auch einsehen werden.
Ich lege eine diesbezügliche Erklärung bei.
Die Korrekturen, die ich jetzt in den Gurreliedern vorgenommen habe, sind so geringfügig, dass sie wohl kaum aufhalten werden. Sollte das aber dennoch der Fall sein, so bitte ich, sie einstweilen nicht zu berücksichtigen und mir die betreffenden Blätter zurückzuschicken. Ich werde sie zur rechten Zeit selbst eintragen lassen. Vielleicht aber geht es doch von Ihnen aus. – Bitte um Nachricht darüber.
Viele herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg

Kommen Sie nicht an München vorbei? Ich bin dort ganz in der Nähe, und würde sehr gerne mit Ihnen wieder plaudern.

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