| Date from letter: | 1914.04.16 Filing Element: 1914.04.16 ID: 398 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B003988 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | wie sie aus beiliegendem Brief ersehen (bitte zurü | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Transcribed | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | 16/4. 1914 Lieber Herr Direktor, wie sie aus beiliegendem Brief ersehen (bitte zurücksenden) ist nun 1) Amsterdam fix. Wollen Sie sich also mit denen ins Einvernehmen setzen. Der Mann redet hier nur vom Ankauf der Chorstimmen. Ich halte das aber für einen Irrtum. Er meint wohl das gesamte Material. Immerhin können Sie ihm ja auch ein derartiges Angebot machen. Bitte halten Sie mich auf dem Laufenden: Ich überlasse die Sache ganz Ihrem Ermessen. Bitte Sie aber dringendst ums äußerste Entgegenkommen, weil mir an ausländischen Aufführungen sehr gelegen ist. Wenn irgendeine Schwierigkeit eintritt, möchte ich gern vermittelnd eingreifen können. 2) Ich muss jetzt diese „vierte“ Chorstimme arrangieren und bitte Sie mir dazu jenen Teil des Auszuges zu schicken, in dem der erste Männer-Chor drin steht. Eventuell auch einmal Chorstimmen. Dann verzeichne ich das am besten vielleicht gleich in den Stimmen. 3) Nun zur Harmonielehre. Sie erinnern sich: meine Absicht beim Ansprechen des neuen Vertrages war die: Ich kann auf die Vorschüsse des 1. Vertrages unter der Voraussetzung verzichten, dass alle Lasten, die die Auszahlung meiner Anteile verhindern¬ auf die Dauer des ganzen Vertrages verteilt werden, so dass ich nur den Eingängen entsprechende regelmäßig sich steigernde „Rente“ bekomme. Dies würde aber zum Beispiel im Falle einer II. Auflage der Harm. Lehre unterbrochen werden. Wir waren wohl damals beide zu müde, sonst hätten wir diese Frage nicht übersehen. Aber ich meine, da Sie ja selbst die Absicht hatten, meinen Vertrag so zu gestalten, dass er für mich günstig wird, und da diese Rente meine deutliche Absicht war, so werden Sie selbst leicht einen Ausweg finden. Ich mache Ihnen zwei Vorschläge 1) Entweder Die Herstellungskosten Bitte die Widmung des Pierrot nicht zu vergessen! und sonstige Lasten der Harmonielehre werden ebenfalls auf die Vertragsdauer verteilt, und zwar in der Weise, dass a) die Kosten der ersten Auflage auf 4 Jahre b) die seiner 2ten Auflage auf den Rest der Vertragszeit aufgeteilt werden 2) der andere Vorschlag: a) die Hälfte der Eingänge wird zur Deckung der Herstellungskosten (bis zu deren Tilgung) verwendet. b) die andere Hälfte kommt aufs Hauptkonto und also den dafür geltenden Bedingungen entsprechend zur Auszahlung. Ich glaube diese Bedinungen sind beide für Sie annehmbar, insbesondere, da es sich ja hier um ein Werk handelt, das für Sie heute kaum mehr ein Risiko bedeutet. Und ich hoffe daher, dass Sie wieder so conciliant sind, diese Sache so zu ordnen. Dann bitte ich Sie, den betreffenden Vertrag einzusenden, damit wir die Sache endlich in Ordnung bringen. Und auch den entsprechenden Teilbetrag aus der letzten Harmonielehre-Abrechnung. Damit ist alles geordnet und ich hoffe es tritt nunmehr jenes Vacuum: Harmonie-Leere ein. Ein guter Vertrag ist die beste Harmonielehre. (Besser sogar als meine; nehmen Sie …Vertrag !) Aber sie wird nicht besonders gut gehen: … Sachen gehen nicht so gut !) 4.) Wegen der Kammersymph. Stimmen ! Wie groß ist das Material das in Betracht kommt ? Es wäre gut, wenn das jetzt schon anfangen könnte. ¬¬¬Wenn Sie nicht mehr als 100 mal jede Stimme haben, wirds wohl kaum mehr als 150 – 200 Mark ausmachen – schätze ich. 5) Es ist nicht ausgeschlossen dass eine Berliner Gurrelieder-Aufführung in diesem Mai wird !! 6) Möchten Sie nicht Prag ein bischen bestürmen? II. 7) Was ist mit Wood? Haben Sie da schon ein Resultat erzielt ? 8) Wann ist die Münchener Aufführung ? 9) Sie fragten, ob Sie bei den George-Liedern die Gesangstexte voransetzen sollen. Damit bin ich sehr einverstanden !! 10) Ich bat Sie auch einmal, von meinen Werken einige Exemplare auf besseres Papier (eventuell Bütten) drucken zu lassen. Haben Sie daran gedacht ? Ich danke Ihnen noch sehr für den Klavierauszug, den Sie meiner Tochter geschenkt haben. Ebenso für die Ferne Klang Partitur, die mir sehr gefällt !! Ich war jetzt ein paar Tage in Leipzig bei Frau Zehme. Es war sehr nett. Viele herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||