| Date from letter: | 1912.02.16 Filing Element: 1912.02.16 ID: 253 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B002535 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | über Ihren Vorwurf wegen des Programmes bin ich er | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Description: | Not sent. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Transcribed | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | 16/2.1912 Lieber Herr Direktor, über Ihren Vorwurf wegen des Programmes bin ich erstaunt. Ich kann doch nichts dafür, wenn meine Werke bei Ihnen nicht gedruckt werden, denn den Auftrag zum drucken gebe doch nicht ich, sondern Sie. D.h. auch Sie geben ihn nicht sonst wären sie ja gedruckt. Und in der Tat; als ich Sie um den Beitrag zu den Kosten bat und noch am Konzerttag glaubte ich, daß diese Werke Ihnen gehören werden. Wenn das nicht geschieht, so ist das wiederum nicht meine Schuld. Denn ich hatte damals zur gegenteiligen[?] Annahme keinen Anlaß. Sie sind sehr schnell bei der Hand mit Vorwürfen, ohne genau zu bedenken, ob Sie dazu berechtigt sind. Was nun die ......... Sorte[?] anbelangt, so sollten Sie bedenken, daß mich die ... cirka 40 Mark weniger kostete, als wenn ich sie mit dem Inserat[?] bedruckt hätte. Wo wäre dann die Subvention geblieben. Trotzdem hätte ich es getan. Aber durch die vielen Absagen, Verschiebungen und sonstigen Schwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte, benützte ich meinen Kopf für andere Dinge und hatte, als ich bei Guttmann in größter Eile die Korrektur las, ihr Inserat nicht mit. Deshalb fügte ich die Fußnote dazu, die ja auch genügt, indem ich mir dachte, daß man sich für meine Werke und damit auch für meine Verleger interessiere. Das genügt doch auch wirklich! Außerdem haben Sie doch auch jetzt die Werke des Verlages Dreililien. Nun eine andere Sache: In Ihrem letzten Brief legen Sie mir nahe mit der Entscheidung über meine Werke zu warten, bis Sie nach Berlin kommen. Ich sage Ihnen das zu und erwarte Ihre Nachricht. Aber in Ihrem Brief vom 15.2. erwähnen Sie das mit keinem Wort. Das geht doch nicht. Ich glaube Sie können doch sagen: "ich komme", oder "ich komme nicht", "ich reflektiere auf Ihre Werke" oder nicht. Ich bin ja, da ich glücklicherweise nichts dabei verliere, gant gut in der Lage bis zu dem Termin, den ich Ihnen angegeben habe, zu warten. (Länger allerdings nicht!) Aber ich meine, ich habe doch Anspruch darauf, eine Antwort zu erhalten. Ich meine: wir haben doch beide bis jetzt darauf Gewicht gelegt, alles was geschehen muß, in Frieden abzumachen. Und dazu gehört wohl auch, daß Sie meinen Brief beantworten!!! Nicht Wahr: es ist ja nötig, daß man sein Temperament bezähmt. Ich muß das ja auch tun und ich habe ein Temperament von anerkannter Heftigkeit. Es kann für Sie unmöglich schwerer sein als für mich, gute Miene zu machen. Denn es ist kein sehr böses[?] Spiel, wirklich nicht, zu dem Sie gute Miene machen sollen. Wirklich kein böseres Spiel, als man von meinen Kompositionen erwarten kann. Also bitte schreiben Sie mir, ob ich warten soll, denn es ist doch für Sie nicht sehr wichtig mich unnütt warten zu lassen. Und immerhin standen wir ja bis jetzt doch in Beziehungen, in denen eine Antwort noch mehr als eine bloße Höflichkeit ist. Nun noch etwas: ich ersuchte wiederholt um eine Abrechnung über das vorige Jahr und insbesondere über die Harmonielehre (Kosten und Eingänge bis jetzt) Wollen Sie so freundlich sein, das jetzt zu veranlassen. Ich bin mit herzlichsten Grüßen Ihr Arnold Schönberg [note: the two handwritten pages of this letter habe been crossed out diagonally, with the words NICHT ABGESCHICKT written over them] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||