| 26/1.1912
Lieber Herr Direktor,
ich kann Ihnen leider nur ganz kurz schreiben, mich mit unserer Angelegenheit kaum befassen, denn ich habe den Kopf voll mit anderen Dingen. Denken Sie: Frau Winternitz hat für Sonntag abgesagt. Nun muß der Abend auf nächste Woche Sonntag verschoben werden. Aber da kann der Pianist nicht, der die George-Lieder und die Klavierstücke spielen soll; 2 Wochen später kan ein anderer der Mirwirkenden nicht. Ich weiß wirklich noch nicht wie das werden wird. Ich habe wirklich viel Pech.
Nun zu Ihrem Brief: der hat mich sehr enttäuscht! Ich habe wirklich geglaubt, alles getan zu haben, was einen Abschluß zwischen uns ermöglicht und nun können Sie sich doch nicht dazu entschließen! Das tut mir sehr leid. Sie sagten doch, daß wenn ich mit Peters abschließen kann, das für die Erledigung unserer Beziehungen sehr günstig wäre. Muß ich Ihre Ablehnung wirklich als Ihr letztes Wort in dieser Angelegenheit ansehen? Ist es Ihnen wirklich ganz unmöglich, meine Werke rechtzeitig herauszubringen? Wenn ja, dann bitte ich Sie recht sehr, mir die Empfehlung, die Sie so lieb waren mir für Bote u Bock zuzusagen, so rasch wie möglich zu schicken. Denn so leid es mir tut, nicht bei Ihnen gedruckt zu werden, muß ich eben doch schauen, meine Sachen zu veröffentlichen. Und was Tischer u Jagenberg anbelangt, so habe ich nach dem was Sie mir darüber sagten, nur mehr wenig Lust mit denen abzuschließen, und könnte mich nur dazu bestimmt fühlen, wenn die zu sehr günstigen Bedingungen alle oder doch die wichtigeren Werke auf einmal annähmen.
Also nicht wahr: Sie sind so lieb und senden mir so rasch wie möglich diese (recht warme!!!) Empfehlung!
Oder könnten Sie nicht doch noch sich zu etwas anderem entschließen?
Viele herzl. Grüße Ihr sehr geplagter Arnold Schönberg
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