Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

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ID: 2391
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B023919
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Name: Stein, Erwin
First Line: am 25. sind wir hier angekommen, nachdem uns die
Language: G, German
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Version: Final version
Text: Arcarchon
Avenue Rapp
Villa Strésa

30.VII.1933

Lieber Stein,
am 25. sind wir hier angekommen, nachdem uns die liebe Universal Edition mit der Bezahlung meines Guthabens über 8 Tage hat einstwillig warten lassen; in wirklich grosser Verlegerteil. Ich habe wieder alle Lust zu einem besseren Verhältnis verloren. Aber diesmal glaube ich, dass die Universal Ed. den Schaden davon haben wird.--Ich danke Ihnen sehr für Ihre Bemerkungen. Ich habe Ihren vorigen Brief nicht vor mich und kann daher mir den vom 25. Juli kenntworten. Also kurz:
I. 2 Proben zu diesem Program ist unmöglich. Ich brauche wohl gross in Pierrot allein 2 Proben. Das mindeste wäre 3-4 Proben und das nur, wenn
a) jeder Musiker seine Stimme perfekt kann, d.h. geübt hat;
b) ein paar Ensembel-Proben waren
c) der Pierrot von Frau Stiedry-Wagner (oder eventuell Frau Marya Freund) gesprochen wird. (Ich hatte es für ausgeschlossen, so mit einer neuer im wenig Proben au machen)
II. Wäre es nicht möglich, für beides das Wiener Ensemble zu nehmen?
III. Wäre es nicht besser, statt Pierrot, die "Suite für 3 Kl., 3 Str. und Klavier" zu machen. Da kann ich bei gutem Vorstudieren mit 3 Proben aus.
Oder:
IV. Kammersymphonie und Lied der Waldtaube (mit Kammerorchester)? Eventuell ein paar alte Klavierlieder dazu. Beides mit Marya Freund oder eventuell Hinnenberg-Stuckenschmidt oder eine daß je langsam[?], z.B. Frau Bernheim aus Villeneuve (?) an Genfer See.--
Die Programm wäre mir in jeder[?] Hinsicht am liebsten.
V. Honorare. Ich annehme den Standpunkt des [ilg.] Radios, wenn auch der Musiker A. Sch. schon 1-2 Jahrzehnte [ilg.] eure [ilg.] gerechtfertigt hatte. Den Juden kommt sie eben rechtartige.
Ich bin bereit mich mit einem Nebenschuss von 250-300 Schweizer Franken zu begungen. D.h. also, dass man mir ausserdem zeichlich Aufenthalts- und Reisekosten vergutet.
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So!
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Bitte sagen Sie Kalmus, er soll nichts für mich in Amerika unternehmen, denn was er vorhat wäre gegen mich. Es sind andere Dinge in ganz und hiebei werden nicht die Verkleinerungsmethoden des U. E. angewendet, sondern meines Gesammtleistung ange[ilg.]nen. Er soll mich um Gottes willen nicht protegieren. Meine schlimmster Fiende (z.B. Stefan) können mit nicht mehr schaden, als solche Protektoren.
Herzlichste Grüsse, Ihren Frau und Ihrem Ihr

Arnold Schoenberg

Auch von meine Frau Gemahlin
Meine Lateinschrift ist noch so ungewandt!

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