Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

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Date from letter: 1911.12.16 Filing Element: 1911.12.16
ID: 225
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B002253
To
Name: Hertzka, Emil
Title: Herr Direktor
Company: Universal-Edition A.G.
First Line: heute erhielt ich die gebundenen Examplare der Har
Language: G, German
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carbon copyhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM000241
handwritten letterhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM000253
Version: Final version
Text:

16/12.1911

Lieber Herr Direktor Her[t]zka,
heute erhielt ich die gebundenen Exemplare der Harmonielehre. Die sehen wirklich sehr gut aus. Also endlich auch das. --Haben Sie schon die fünf Exemplare für die ich Briefe beilegte, abgeschickt? Wenn nicht, so bitte: schleunigst. Das ist mir sehr wichtig.
Breitkopf und Härtel (ich wußte nicht, daß das Ihr hiesiger Vertreter ist) scheinen über meine Harmonielehre verschiedenartige Auskünfte zu geben. Wenn die erste Antwort, die ich Ihnen letzthin mitteilte wurde[?] tatsächlich gegeben. Das ist kein Missverständnis!! Ausserdem aber war Webern vor cirka 4 Tagen ganz zufällig in diesem Geschäft um andere Noten zu kaufen. Er sah dort mein Buch liegen und fragte, ob schon viel davon verkauf worden ist, worauf man ihm sagte: Nein, noch kein einziges Exemplar! Das stimmt also wieder nicht mit der Behauptung, dass sie selbst ja schon vor ca einer Woche unsere Exemplare ausgeliefert haben!!!!
Bei dieser Gelegenheit: Kann ich ein Fre-Exemplar Ihres Exelsior[?]-Albums haben?
Nun etwas anderes: Webern möchte um etwas Geld zu verdienen, Klavierauszüge von meinen Werken für Sie machen. Ich halte solche Klavierauszüge für die Verbreitung meiner Werke für ausserordentlich wichtig. Nicht nur fürs grosse Publikum. Auch für die anderen Dilletanten, nämlich für die Dirigenten. Die können ja wirklich ein Werk kaum anders kennen lernen als durch Klavier-Auszüge!! Deshalb wären solche Auszüge von Pelleas, der Kammersinfonie, dem Quartett eine sehr dringende Sache. Beim 2ten Quartett aber ist, wie ich Ihnen schon schrieb (Sie haben darauf gar nicht geantwortet!!!!) ein zweihändiger Auszug der beiden letzten Sätze unbedingt nötig, weil die Sänger, die das Werk lernen sollen, doch eine Klavierbegleitung zum studieren brauchen. Dabei ist das keine sehr grosse Angelegenheit. Ich schätze, dass es sich um höchstens 16 Platten handelt. Möchten Sie das nicht machen lassen?
Und ebenso dringend erscheint mir ein 4-händiger Auszug von "Pelleas". Sie lassen doch auch sonst von Orchesterwerken 4-händige Auszüge erscheinen! Und ich bin sicher, dass der viel gekauft werden würde. (Wie gesagt, vor Allem von Dirigenten, aber auch von anderen Dilletanten!) Webern wäre sehr froh, wenn Sie ihm den Auftrag geben wollten. Er braucht zum Arbeiten ja wenigstens 3-4 Monate. Wenn Sie den Auszug also für die nächste Saison haben wollten, müssten Sie ihm ja jetzt schon den Auftrag geben. Ausserdem müssen Sie ja den Auszug (wenn Sie Wichtigeres zu tun haben sollten, beispielsweise meine andern ungedruckten Werke herauszugeben!!) nicht sofort zum Druck geben. Aber bestellen und nach der Fertigstellung von Weberns Arbeit das Honorar hergeben, das könnten Sie ja jetzt schon tun! Webern wird gewiss nicht teurer sein, als andere. Im Gegenteil, eher billiger. Aber ich meine wenn Sie ihm 3 Mark für die Seite geben wollten, wäre das bei einem Auszug der das schwierigste für den Bearbeiter ist, das es bis jetzt giebt, nicht viel! Viellleicht entschliessen Sie sich dazu. Es wäre mir sehr lieb und ich glaube es wäre auch gut für den Vertrieb meiner Sachen!!
Nun bitte: sind Kritiken über meinen Chor erschienen?
Dass Rose mein Quartettt am 12. nicht gespielt hat, wissen Sie wohl schon. Er spielt es erst am 5. März. Es soll ein Missverständnis vorliegen.
Das zwingt mich, da ich hier früher eine Aufführung haben muss, einen Lieder-Abend selbst zu veranstalten. Ich will den ohne die Hilfe einer Konzert-Agentur machen, weil das billiger kommen dürfte, und weil ich auch[?] gerne zeigen möchte, dass ein Konzert von mir hier schon ganz gut möglich ist. Ich will selbst einen gewissen Betrag riskieren, kann aber nicht die ganzen Kosten wagen (cirka 400 Mark). Die Zusage der Frau Winternitz habe ich schon. Da in diesem Konzert gröstenteils[?] Werke aufgeführt werden, die Ihnen gehören, so könnten Sie wohl leicht einen Garantiebeitrag beisteuern. Ich hoffe bestimmt (nach Umfragen bei Bekannten) da ich gar keine Freikarten ausgeben will, dass ich ohne diesen Beitrag auskommen werde. Ich traue mich aber doch nicht das ganze Risiko zu übernehmen, da ich nicht in der Lage bin, eine solche Summe aufs Spiel zu setzen. Ich bitte Sie daher um Ihre Zusage (für eventuell) 150[?] Mark. Ich gehe auch den Dreililien-Verlag darum an (von dem kommen nicht soviele Werke zur Aufführung).
Bitte um schleunigste Antwort, denn ich möchte das Konzert für spätesten[s] Mitte Jänner (Als Sonntag Mittags-Matinee, was billiger kommt) ansetzen.
Ich hoffe bestimmt Ihre Zusage zu erhalten.
Nun für heute genug. Viele herzliche Grüsse Ihr Arnold Schönberg

Sie haben noch einige wichtige Fragen meines letzten Briefes nicht beantwortet!!!


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