| Date from letter: | 1914.08.25 Filing Element: 1914.08.25 ID: 17562 | |||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B175628 | |||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | Heute am 25. August erhalte ich Ihre Postkarte vom | |||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | |||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | |||||||||||||||||||||||||
| Text: | W Wien 25. August 1914. Wohlgeboren Herrn Arnold Schönberg Berlin Lieber Herr Schönberg ! Heute am 25. August erhalte ich Ihre Postkarte vom 13.ds. und ersehe daraus, dass Sie verschiedene meiner Briefe bis zum 13ten noch nicht erhalten haben, glaube aber bestimmt, dass diese inzwischen bereits in Ihren Besitz gelangt sein werden. Ich habe Ihnen in den verschiedenen Briefen, die momentane finanzielle Situation dargelegt. Seit meinem letzten Schreiben vom 10.d.M. hat sich die Sache nicht nur nicht gebessert, sondern noch mehr verschlechtert. Unsere Bank kann augenblicklich für uns gar nichts tun und von all den horrenden Aussenständen, die wir haben, geht trotz Mahnungen und Ersuchen kein Heller ein, denn in Oesterreich benützt jeder die Vorteile des Moratoriums und aus dem Ausland ist das Hereinbekommen von Geld technisch überhaupt nicht möglich. Ich hoffe noch immer, dass sich zumindest die materielle Situation anfangs September bessern wird und ich kann Ihnen heute nur von neuem die Versicherung geben, dass sobald es nur irgend möglich sein wird, die bewusste Nachtragszahlung an Sie geleistet wird. Inzwischen wird ja auch die Ueberweisung von Beträgen nach Deutschland wieder den normalen Verlauf nehmen, denn ich glaube kaum, dass es heute technisch möglich wäre von Wien nach Berlin Geld ohne dafür irgend eine Verantwortung zu übernehmen, zu expedieren. Die allgemeine Stimmung ist hier mit Hinblick auf die deutschen Siege recht gehoben. Bezüglich Oesterreich’s Erfolgen hegt man Hoffnung und Geduld. Die Nachrichten, die ich Ihnen schriftlich geben könnte, kommen dort wahrscheinlich recht altbacken in Ihre Hände. Ihre deutsche Berichterstattung funktioniert zweifellos besser,als unsere oesterreichische. Alles was hier nicht zum Militär oder zum Roten Kreuz gehört und nicht viel Geld hat,kommt sich recht überflüssig vor. Kunst, Musik, Kultur etc. das sind Dinge, die so traumhaft fern liegen, dass man gar nicht glaubt, sie wären je von Wichtigkeit gewesen oder könnten es je wieder werden. Mit vielen herzlichen Grüssen an Sie und die Ihrigen Ihr Ihnen herzlich ergebener Hertzka Ich hoffe bestimmt, dass es nach dem 1. September möglich sein wird Ihnen etwas Geld zu überweisen. | |||||||||||||||||||||||||