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Buchhaltung
Wien 11. August 1914.
Wohlgeboren
Herrn Prof. Arnold Schönberg
Berlin
Sehr geehrter Herr Professor !
Wir beziehen uns auf unser Ergebenes von gestern und gestatten uns, Ihnen über die in Ihrem Geehrten vom 1. ds. angeführten Differenzen Folgendes mitzuteilen:
A) Harmonielehre. Die Hälfte der Eingänge, das sind M 206.92 werden wir Ihnen nach Ablauf des Moratoriums überweisen.
B) Notenabrechnung. Ueber die Materialgebühren für Gurre-Lieder bemerken wir Folgendes: In Leipzig wurden die Gurre-Lieder das erstemal ohne Entschädigung aufgeführt. Die zweite zu honorierende Aufführung hat noch nicht stattgefunden. Das Material für München wurde noch nicht geliefert. Ebenso das Material für Amsterdam. Das Material für Wien wurde vom Wiener Philharmonischen Chor noch nicht bezahlt.
Zu Punkt 3 Ihres Geehrten teilen wir Ihnen mit, dass wir Orchesterlieder an Alexander v.Zemlinsky in Prag gratis geliefert haben. Das Material „Natur“ für Paris wurde Ihnen bereits im Dezember 1913 verrechnet. Die beiden Materiale „Natur“ und „Wenn Vöglein klagen“ wurden vom Kammersänger Soot noch nicht bezahlt. Für die Aufführung der „Waldtaube“ in Paris haben wir keine Materialleihgebühr erhalten. Es wurde lediglich Herrn Direktor Hertzka, der das Material wie Ihnen ja bekannt, persönlich nach Paris brachte, eine Entschädigung für die Reisespesen geleistet.
Als Aufführungsorte für die 5 verrechneten Orchester-Materiale der „Kammersymphonie“ haben folgende Städte zu gelten: Leipzig, Berlin, Haag, Kopenhagen, Köln (Orchester-Stimmen). Das von Ihnen angeführte Material von Graz wurde vom Deutschen Konzertverein noch nicht bezahlt; daher auch noch nicht verrechnet. Die Ihnen gutgebrachten M 300.- für „Gurre-Lieder“ betreffen kein Orchester-Material, sondern Chorstimmen, die wir nach München geliefert haben.
Ihren letzten Vertrag, der Ihre Tantièmen neu regelt, haben wir vorgemerkt und Ihnen auf Grund dieses Vertrages für eine Partitur „Pierrot lunaire“ die Differenz, von 10% auf 12 ½ %, d.i. M -.38 (à 117.50) = K -.44 gutgebracht, die wir in der nächsten Abrechnung aufnehmen werden.
Schliesslich haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie in den zukünftigen Abrechnungen die Angabe der Städte verlangen, in denen Ihre Orchester-Werke aufgeführt werden.
Wir hoffen, dass Ihnen unsere Ausführungen die gewünschten Aufklärungen geben werden und empfehlen uns
hochachtungsvoll
Universal Edition Actiengesellschaft
Hertzka
W [Winter]
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