| Date from letter: | 1929.01.29 Filing Element: 1929.01.29 ID: 1657 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B016579 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | aus Ihrem Brief entnehme ich mit Bedauern, dass si | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | ARNOLD SCHOENBERG MONTE CARLO HOTEL BRISTOL 29.I.1929 Lieber Herr Direktor Herzka[!], aus Ihrem Brief enthehme ich mit Bedauern, dass sich die Universal Edition also für meine neuen Werke nicht mehr interessiert. Man hat mir ja in der letzten Zeit keinen Zweifel daran gelassen: aus tausend kleinen Zügen (fahrplanmässigen: denn die Direktion ist eine andere als die meine) konnte ich das in den letzten Jahren entnehmen; man hat es mir ja auch direkt gesagt; insbesondere aber zeigt es mir das von der UE herausgegebene Blatt, welches Propaganda gegen die von mir der UE anvertrauten Werke macht. Und nun: nicht wahr, lieber Herr Direktor, Sie bereisen die Welt, wenn Sie das Glück haben können, ein Werk von Milhaud, Respighi, Krenek, Weillll[!] oder Miasmatzki erwerben können. Aber auch die Frage, ob ein solches grandioses Geschäft Sie nicht vielleicht auch zu einem kleinen Geschäftchen an die Riviera führen könnte, auf diese Frage reagieren Sie nicht! Gewiss meinen Sie es nun eben so wenig im Ernst, dass ich mich für ein Vorrecht an meiner Oper für Sie mit einem oder mehreren Verlegern verfeinden soll. Ich bin überzeugt, dass es sich dabei nur um eine Geste handelt, mittelst welcher Sie mir zeigen wollen, wie gerne Sie mein Werk erwerben wollten. Aber, wie gewöhnlich scheitert alles am meinem Grössenwahn, da ich es noch nicht begriffen habe, dass meine Zeit vorbei ist. Ich gehe auf Ihren stillschweigend gemachten Vorschlag ein: betrachten wir, bitte, mein Angebot, Ihnen ein Vorkaufsrecht einzuräumen, als eine liebenswürdige Geste, mit der wir einander gegenseitig den Abschied erleichtern wollen. Es hat ja doch keinen Zweck; ganz angesehen davon dass Sie ja gewiss nicht eine grössere Barsumme für mich (wenn für irgendjemand) werden ausgeben wollen: es tut mir leid! Aber: es ist nicht meine Schuld: ich habe Ihnen die Hand geboten. Aber nachdem Sie mich die längste Zeit haben warten lassen, machen Sie mir einen Vorschlag, bei welchem ich mich mit allen Verlegern verfeinden müsste und noch in schlechten Ruf käme. Ich verstehe Sie wirklich nicht! Ich staune, dass wir uns so entfremden konnten! Bloss, weil ich wie gewöhnlich--seit dreissig Jahren--bei der Uraufführung Misserfolg habe, während die jetzigen Götter, schon bei der Uraufführung für fünf Jahre unsterblich sind. Aber es fällt mir nicht ein, für mich Propaganda zu machen. Nur: ich wünsche allerdings sehr, diesmal Erfolg zu haben! Schliesslich kann ich auch einmal in der Lotterie Glück haben. Ich bin mit besten Grüssen, Ihr ergebener | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||