| Date from letter: | 1910.03.07 Filing Element: 1910.03.07 ID: 150 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B001503 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | durch die Dazwischenkunft Schrekers kam ich nicht | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Transcribed | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version translation, English | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | Schreker's arrival prevented my discussing yet another matter with you. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Version: | Final version | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | 7/3.1910 Verehrter Herr Direktor Herzka, durch die Dazwischenkunft Schrekers kam ich nicht dazu noch eine Sache mit Ihnen zu besprechen. Ich möchte Sie nämlich ersuchen, mir womöglich irgend eine Arbeit ([ilg.], Klavierauszug oder dergl) für die Universal Edition zu geben, da ich genötigt bin, mein Einkommen irgendwie zu vergrößern. Sie wissen ich habe heuer wenig Stunden. Mein Einkommen hat sich verringert, meine Ausgaben haben sich erhöht. Ich muß da etwas thun. Aus dem Verlag[?] werde ich doch, wie es scheint nicht sehr bald etwas bekommen. Vor Allem aber brauche ich jetzt sehr dringend Geld. Ich denke Sie werden schon irgend eine Arbeit für mich finden (eventuell Instrumentation?). Aber ich wollte Ihnen noch etwas anderes sagen. Sie wissen, daß ich male. Aber Sie wissen nicht, daß meine Arbeiten von Sachverständigen sehr gelobt werden. Ich soll auch nächstes Jahr ausstellen. Und da denke ich, vielleicht könnten Sie bekannte Mäcene veranlassen, mir Bilder abzukaufen, oder sich von mir malen zu lassen. Ich bin gerne bereit Ihnen ein Probebild zu machen. Ich möchte Sie unentgeltlich malen, wenn Sie mir zusichern, daß Sie mir dann Aufträge verschaffen. Nur dürfen Sie den Leuten nicht sagen, daß Ihnen meine Bilder gefallen werden. Sondern Sie müssen Ihnen begreiflich machen, daß Ihnen meine Bilder gefallen müssen, weil sie von Fachautoritäten gelobt wurden; und vor Allem aber, daß es doch [ilg.] höchst interessanter ist von einem Musiker meines Rufes gemalt zu werden oder ein Bild zu besitzen, als von irgend einem Kunsthandwerker, dessen Namen in 20 Jahren kein Mensch mehr kennt, während meiner schon heute der Musikgeschichte angehört. Ich verlange für ein Porträt in Lebensgröße 2 bis sechs Sitzungen und zweihundert bis 400 Kronen. Das ist doch sehr billig, wenn man bedenkt, daß man für diese Bilder in 20 Jahren das 10fache und 40 Jahren das 100fache beza[h]len wird. Das wissen Sie wo[h]l selbst und ich hoffe Sie machen über eine so ernste Sache keine schlechten Witze, sondern nehmen sie so ernst, wie sie ist. Ich bin also, wie gesagt bereit, Ihr Porträt als Probebild unentgeltlich zu malen, wenn Sie mir zusichern, daß ich daraufhin Aufträge erhalte. Allerdings aber: darauf lasse ich mich nicht ein, daß der Ankauf eines Bildes davon abhängt ob es dem Besteller gefällt. Der Besteller weiß, wer malt; er muß auch wissen, daß er nichts davon versteht, daß aber das Bild Kunstwert oder doch mindestens historischen Wert hat. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir in dieser Hinsicht helfen wollten und glaube Sie würden sich nicht nur um mich ein Verdienst erwerben, wenn Sie darin[?] wienerisch[?], sonder großzügig: weltbürgerisch denken wollten! Bitte bestellen Sie das Gurre Notenpapier sofort. Ich habe trotz meiner von Ihnen boshafterweise als "gefährliche Drohung" aufgefaßten Bemerkung schon mit Vorarbeiten begonnen. Herzl Gruß Arnold Schönberg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||