| 23.X.1911
Sehr geehrter Herr Professor!
Aus Ihren geschätzten Zeilen vom 19. ds. ersehe ich gerne, daß Sie im Princip bereit sind, Manuskripte Ihrer Feder der Edition Peters zu überlassen.--Meine Anfrage war zunächst eine principielle. Die weiteren Schritte haben um so weniger Eile, als meine Novitäten allljährlich erst im September erscheinen; wenn ich also im Frühjahr, etwa im März 1912 von Ihnen höre, so würde dies völlig genügen.--Daß ein großer Teil unserer Musiker einstweilen vor Ihren Werken "Angst" haben und drei Kreuze (aber nicht musikalische) machen,--ist mir wohlbekannt, schreckt mich aber nicht.--Schwieriger und für mich wesentlich ist es, Werke zu finden, welche der Klasse nach speziell für die Edition Peters sich eignen.--Das heißt: Orchestermusik ist nicht mein Hauptfeld,--auch Lieder publiziere ich nur ungern, da hiermit durchzudringen bei der Flut der Neuerscheinungen fast unmöglich,--hingegen mir, abgesehen von Klaviermusik, Kammermusik jeder Art (Violine und Klavier, Vcllo und Klavier, Trios, Klavier- oder Streich-Quartette) stets willkommen ist.--Somit würden von den angeführten Werken also nur die fünf kurzen Orchesterstücke und eventuell die Klavierstücke für mich in Frage kommen.--Wie gesagt, rate ich aber bis zum Frühjahr zu warten, dann werden Sie genau wissen, worüber Sie frei verfügen können, vielleicht wird bis dahin auch Ihre Liste um ein oder das andere Werk bereichert sein.--
Mit hochachtungsvollem Grüße
Ihr sehr ergebener
C. F. Peters
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