| Date from letter: | 1927.08.05 Filing Element: 1927.08.05 ID: 1354 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B013543 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| First Line: | was ich auf Ihre Rundfrage antworten würde, habe i | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Transcribed | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Version: | Final version translation, English | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | I have already outlined the answer I would give to your questionnaire. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Version: | Final version | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | Arnold Schönberg derzeit: Pörtschach a/See Hotel Werzer 5.VIII.1927 Lieber Stein,was ich auf Ihre Rundfrage antworten würde, habe ich schon skizziert. Ob und wann ich es ausarbeite, ist aber ungewiss. Ich habe in der letzten Zeit ein Stück oft und oft überarbeitet, aber fertig ist es noch nicht. In den letzten Tagen war ich auch sehr deprimiert. Ich habe die Dummheit begangen, es Herzka vorzulesen (zum Glück nur den ersten Akt) und der hat die Geschmacklosigkeit gehabt, mir sein wirklich ganz laienhaftes und konventionelles Urteil darüber zu sagen. Er hat nicht ein Wort davon verstanden und offenbar die Massstäbe[!] daran gelegt, die er an Balletpantomimen von Wellesz, Hoffmannsthal, Wassermann und Casella anlegt. So dumm es war, was er sagte, so hat es doch den Effekt, mir zu zeigen dass auch das nicht jedem gefallen kann. Und da ich in literarischen Arbeiten nicht diese technische Sicherheit habe wie in meinen Musikalischen, so verstimmt es mich doch mehr. Uebrigens habe ich ja auch meine Musik schon seit Jahren niemals jemandem mehr gezeigt, dar sich ein Urteil darüber anmasst. Herzka ist natürlich durch den Servilismus seiner Verlagsautoren etwas präpotent worden und zeigt sich jetzt sehr se[l]bstredend. Mein Zorn wird Sie vielleicht überraschen. Vielleicht überrascht Sie aber noch mehr die Tatsache, die ich ihn zu begründen, anführe: dass ich nämlich wirklich seither nicht mehr daran weitergearbeitet habe! Vielleicht finden Sie das zimperlich von einem, der sein Werk trotz dem Widerspruch der Welt hinausgestellt hat. Aber vielleicht erkennen Sie daran, dass ich von dem Widerspruch eben tatsächlich jedesmal überrascht war, weil ich Zustimmung erwartet hatte. Aber nun genug von den Sentimentalitäten: es war eine Dummheit, es zu zeigen und ich will trachten, sie in Hinkunft zu vermeiden. Ich will sehen, ob ich Ihnen den Radio Aufsatz fertig schreiben kann. Besten Dank für Ihre mitteilungen [ü]ber meine nächstjährigen Aufführungen. Hoffentlich wird all das. Sie wissen vielleicht, in welcher Weise, die UE auf meine Vorschläge, über die wir von den Ferien verhandelt haben, reagiert hat. Unerhört! Es wird doch zum Krach kommen müssen. Ich weiss nicht, ob wir länger hier bleiben werden, aber auch noch nicht, wann wir fortgehen und wohin. Viele herzliche Grüsse, Ihne und Ihrer Frau; auch von meiner Frau; Ihr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||