| Date from letter: | 1927.05.13 Filing Element: 1927.05.13 ID: 1313 | ||||||||||||||||||||||||||||||
| URN: | https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B013134 | ||||||||||||||||||||||||||||||
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| First Line: | das Heft ist ausgezeichnet. | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Language: | G, German | ||||||||||||||||||||||||||||||
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| Version: | Final version | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Text: | Arnold Schönberg Charlottenburg 2 Steinplatz 2 Pension Bavaria 13.V.1927 Lieber Stein, das Heft ist ausgezeichnet. Ich bin wirklich nun stolz darauf, dass sich endlich nur doch soviele finden, die nicht bloss durch Begeisterung für mich zu wirken imstand sind, sondern dadurch, dass das was zu schreiben an sich beachtenswert ist als geistige Leistung. Vor Allem Sie selbst: das ist wieder ein ausgezeichnster Artikel, voll Klarheit, Klugheit und Verständnis. Es muss unbedingt jedem schon das Niveau auf welchem alles sich bewegt, imponieren. Das ist kein Herumgerede mehr; hier wird mit ganz neuen und doch so alten ästhetischen Begriffen in einer eleganten und sicheren Weiss operiert, dass man sieht, es sind alle im einer so exakten Denkweise wirklich zuhäuse. Wie wohltuend ist der Unterschied einer solchen Schreibweise gegen die der Schriftsteller des Impressionismus. Da ist doch überall der Wille zu einer wirklichen Erkenntnis ästhetischer Werte vorhanden: hier wird nirgends mehr auf die Mitgerissenheit des Lesers gerechnet. Dass 2 mal 2 vier ist, muss und kann man ohne Gemützbewegung glauben! Es stimmt ohne Stimmung. Da es mir wirklich an Zeit fehlt allen Mitarbeitern an diesem Heft selbst zu schreiben, bitte ich Sie irgend einen Rahmenbrief, etwa unter Citierung des Anfangs und anderer Teile dieses Briefes im Bureau in sieben Exemplaren herstellen zu lassen, einiges verbindendes selbst hinzuzufügen und die beiliegende Kopie dieses Briefes in entsprechend viele Teile zersschneiden zu lassen und jedem das auf ihn bezügliche Stück mit dem Rahmenbrief zusammen zuzusenden. Ich bin aber nun doch von dieser Sache mit dem Rahmenbrief wieder abgekommen. Das ist zu umständlich. Ich glaube es ist ambesten wenn Sie den einzelnen meine Grüsse sagen und dass ich alle sehr gut gefunden habe und mich sehr gfreut[!] habe. Insbesondere über das Niveau des Ganzen. Insbesondere bitte ich Sie dem Felber der in der letzten Zeit einige sehr schöne Aufsätze über mich geschrieben hat von mir zu grüssen. Dann hat sich der Wiesengrund sehr gebessert. Der schreibt ja jetzt ganz anders, als anfangs. Und die Analise ist ausgezeichnet. Das wird Schule machen. Auch Jalowetz ist sehr hübsch und warm. Nur kommt er leider nicht über seinen Fehler langer Einleitungen hinaus und es fehlt ihm dann der Raum zu den Tatsachen. Er hätte enschieden schriftstellerische Begabung schreibt aber zu selten, um diese Anfängerschwierigkeiten zu überwinden. Sehr hübsch finde ich auch die beiden Aufsätze von Redlich. Aus dem kann was werden, wenn Sie ihn so in die Arbeit nehmen wie ich es seinerzeit mit Ihnen getan habe: was einausgezeichnetes Resultat ergeben hat; denn Sie schreiben heute schon besser als ich! Es sind in dem Redlich'schen[!] Aufsatz entschieden hübsche Gedanken drin. Nur gefällt er sichein bischen zu sehr darin ungewöhnliche Termini zu erdenken die er nicht genügend erklärt, so dass man nur eine vage Vorstellung davonhat was er meint. Sagen Sie ihm: Beispiele! Und gerade solche Ausdrück wie "radiale Polytonalität" "der geometrische Ort" (wessen?) u. dgl muss man eng umschreiben. Auch was Kunwald und Zemlinsky schreiben, ist sehr interessant und auch für mich günstig, weil es Dirigenten sind, die doch vom Praktischen sprechen. Horenstein trifft sich mit Jalowetz in dem Urteil über meinen ersten Stil. Das ist beides sehr hübsch und ich glaube auch richtig. Also nun habe ich doch alles besprochen: Ihnen brauche ich nicht zu danken: Sie haben sich selbst gedankt durch den grossen Fortschritt, den Sie in Ihrer Schriftstellerei gemacht haben, der Ihm nen sicher bald eine sehr beachtete Position verschaffen wird. Nochmals also: ich habe mich sehr gefreut. Viele herzlichste Grüsse am Sie und Ihre Frau, auch seitens meiner Frau. Wir kommen in circa 3 Wochen nach Wien. Am 20 tebe ich in der Akademie ein Kompositionskonzert meiner Schüler: Könnte die UE Sie nicht zu diesem als Referenten hersenden und um eventuell den einen oder anderen Autor zu "erwerben"? Billig, den Zillig! Ihr P.S. Bitte sagen Sie in der UE, ich bitte mir 2 Exemplare meiner Choralpartituren zu senden. Ich habe von einem Stück überhaupt keines. Und möchte doch den Aufsatz prüfen. | ||||||||||||||||||||||||||||||