| Verlag Dreililien
Halensee-Berlin
Georg-Wilhelm-Str. 22
den 28. September 1906
Lieber Herr S c h ö n b e r g !
Vorerst nehmen Sie meinen herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes mit dem absoluten Gehör; auch Ihre Frau Gemahlin bitte ich meine Glückwünsche auszurichten. Der Verlag Dreililien reflektiert einstweilen noch nicht auf dieses neuste Opus, obschon er überzeugt ist, dass es Ihr bestes ist.
Ob Fried die Sinfonie aufführen wird, weiss ich wirklich nicht genau; ich glaube, dass er selbst noch nicht weiss, ob er sie wird bringen können.
Also Löwe versteht Ihre Kammersinfonie nicht; wollen Sie nicht endlich anfangen sich musikalisch etwas verständlicher auszudrücken?. Als Subvention zur Herstellung von Partitur und Stimmen geht mit gleicher Post die Summe von Mk. 50. an Sie ab, womit Partitur und Stimmen unser Eigentum werden. Mehr wird nicht bewilligt, denn für eine saubere, druckreife Partitur müssen Sie von rechtswegen selbst sorgen.
Teilen Sie mir doch bitte mit, für welche Besetzung Ihre Kammersinfonie geschrieben ist, damit ich ev. hier für ihre Aufführung wirken kann.
Mit besten Grüsse von Haus zu Haus
Ihr
Max Marschalk
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