| Verlag
Dreililien
Halensee-Berlin
Georg Wilhelm-Str. 22
den 9.1.1905
Lieber Herr Schönberg.
Wir wollen das Sextett doch lieber nicht drucken lassen, bevor Sie die letzten Korrekturen der Stimmen gelesen haben werden. Sie sehen ja – es finden sich immer noch Fehler. Wenn mir also nicht noch etwas ganz besonderes in den Weg laufen wird, werde ich zur Aufführung Ihrer symph. Dichtung nach Wien kommen. Es ist doch sehr wichtig, dass ich die Sache höre.
Nun möchte ich Sie fragen, ob Sie Zeit und Lust hätten die beiden Gesänge H. van Eykens „Walkürenlied“ und „Ikarus“ zu instrumentieren und zu welchem menschlichen Preise Sie diese ??? vornehmen würden. Sodann schicke ich Ihnen zwei Schmarren. Meinen Sie, dass mit ihnen / im Verlage Helianthus natürlich / was anzufangen wäre? Es müssten wohl gleich die üblichen Ausgaben vorbereitet werden, Pariser-Besetzung etc. Haben Sie darin einige Erfahrung?
Wo könnte man in Wien angenehm wohnen, ohne gerade seine Haut einzukürzen oder von den Wanzen aufgefressen zu werden? Vor Jahren habe ich mal im Hotel Kronprinz ganz passabel gewohnt.
Also mach Sie, dass Sie die Stimmen fertig korrigieren, damit wir das Sextett nun endlich herausbringen.
Mit besten Grüssen
Ihr
Max Marschalk
Wenn es sich einrichten lassen wird, werde ich natürlich schon zur Generalprobe da sein. Um wie viel Uhr? Und wo?
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