| Verlag
Dreililien
Halensee-Berlin
Georg Wilhelm-Str. 22
den 26 II. 1904
Lieber Herr Schönberg
Zweifeln Sie nicht an der Liebe und Treue des Verlages Dreililien! Das Sextett bitte ich Sie nun formell einzureichen, wozu gehört, dass Sie das Manuskript einsenden. Dann werden wir uns erklären, ob und wann wir es drucken werden. Dass Mahler sich für Sie interessiert, freut mich aufrichtig. Indessen bauen Sie nicht zu viel auf ihn. Er ist nicht ganz zuverlässig. Er that auch eine lange Zeit so, als ob er sich sehr lebhaft für mich interessierte, aber ich habe keinen Profit davon gehabt. – Was Sie über den Ansorge-Verein und über das Konzertpublikum im Allgemeinen sagen, ist sehr richtig. Uebrigens Dehmel liest hier nächstens und Lieder (Texte von ihm) werden gesungen u. a. eins von Ihnen, über das sich Ansorge, der begleiten wird, sehr enthusiastisch geäussert hat, nachdem er Sie früher abgelehnt hatte! Na also.
Ihre symph. Dichtung wollen wir doch auf alle Fälle für nächsten Winter vorbereiten , d. h. con amore das Material fertigstellen lassen.
Eben Ihre Karte erhalten. Fragen Sie doch bei Eberle an, was so eine kleine Partitur kosten würde pro Platte etc. resp. lassen Sie die Partitur, bevor Sie sie uns schicken d. h. Ihre Stich- und Druckkosten vorher berechnen mit der Angabe, dass ein Interesse unsererseits vorläge. Somit macht er Ihnen Amateurpreise […]. Könnte er ja auch an uns direkt schicken. Beste Grüsse
Ihres
Max Marschalk
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