| Arnold Schönberg
Ragusa
Hotel Lapad
8.VIII.1926
PT UE
Lieber Herr Direktor,
ich habe sehr bedauert, Sie vor meiner Abreise hieher nich noch gesehen zu haben. Sie hatten mir versprochen, mir über die hiesigen Verhältnisse Auskunft zu geben. Nun sind wir hier recht zufriedenstellend untergebracht.
Vor meiner Abreise übergab ich Greissle Partitur und Stimmen meiner Suite sammt Druckvorschriften zur Uebergabe an die UE und wüsste gerne, ob dieses Manuskript bereits zum Druck gegeangen[!] ist.
Mein Sohn Georg wird zu Ihnen kommen und Sie um Auszahlung von 250 (zweihundertfünfzig) Schilling zu Lasten meines Kontos (resp. auf Rechnung meiner Berliner Septembergage) zu bitten. Sie sind wo[?] so freundlich, ihm den Betrag gleich anzuweisen.
Ob ich hier viel arbeiten werde, ist zweifelhaft, da wir nur nur[!] ein Zimmer haben können und gar kein Klavier. Musik giebt es hier überhaupt nicht. Ich habe ausser einem Werkel noch keinen Ton gehört, so dass ich sogar das Werkel mit einigem Genuss akzeptiert habe. LLL Nun bitte ich noch um Miitteilung, ob die beiden Chor-Opusse endlich herauskommen. Von meiner Seite ist das Werk ja zum D[!] Druck fertig.--Greissle hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Stimmen der Suite anscheinend nicht fehlerfrei sind. Ich glaube, es würde sich rentieren, sie vor dem Stich revidieren zu lassen damit nicht dann im Gestochenen Korrekturen nötig werden.
Mit den herzlichsten Grüssen, auch von meiner Frau, Ihr
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