| Arnold Schönberg
Mödling bei Wien
Bernhardg. 6.--Tel. 118.
7.VI.1918
Sehr geehrter Herr,
ich hatte schon so lange vor, Ihnen zu schreiben, um mich für die große Freundlichkeit mit der Sie meine Angelegenheit Dreililien-Verlag behandelt haben, aufs Herzlichste zu bedanken. Aber meine Uebersiedlung hieher und vieles andere haben mir alle freie Zeit genommen. So tue ich hiemit.
Ich lege Ihnen einen Prospekt bei, aus welchem Sie ersehen, daß ich wieder einmal ein Lebenszeichen von mir gebe. Ich bin jetzt mittendrin, bei der 8. Probe und in einer Woche ist das ganze vorbei. Ich glaube, diese Idee hat sich sehr bewährt. Der Besuch ist ausgezeichnet, das Publikum sehr dankbar. Ich wäre froh, wenn man mir diese Sache recht oft nachmachen wollte, denn das ist eine Möglichkeit, anständig zu probieren und doch die Kosten hereinzubekommen.
Für nächstes Jahr plane ich die 5 Orchesterstücke in der gleichen Weise in Wien durchzumachen.
Ich empfehle mich Ihnen, Ihrer w. Frau Gemalin und allen den Ihrigen aufs Beste und hoffe, daß es Ihnen recht gut geht. Ihr hochachtungsvoll ergebener
Arnold Schönberg
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