Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

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Date from letter: 1920.07.19 Filing Element: 1920.07.19
ID: 583
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B005838
From
Name: Schönberg, Arnold
To
Name: Hertzka, Emil
Title: Herr Direktor
Company: Universal-Edition A.G.
First Line: nach wiederholter Reklamation bei Dr. Bach, von de
Language: G, German
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VersionFormatfolSourceLocation in source
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Final versionprinted (2p.)2p.GA Reihe B/Band 16,3p. 252-253 (partial)

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Version: Final version
Text: Hertzka

19. Juli 1920

Lieber Herr Direktor,
nach wiederholter Reklamation bei Dr. Bach von dem ich das vereinbarte Dirigentenhonorar von 4000 Kronen (welches eine ungenügende Spesenvergütung darstellt, da ich [ilg.] für mehr als 4000 Kronen [ilg.] und wenigstens 2-3000 Kronen Nebenspesen durch Anschaffungen die ich in Wien [ilg.] habe) verlangte, meldet sich die Hofoper, an die ich mich nicht gewandt hatte und teilt mir [ilg.] mit
Zuerst (vor etwa 14 Tagen): dass sie die Abrechnung über die Gurrelieder-Tantiemen bereits an Sie geschickt hat.
Später: eine unglaubliche Nachricht: dass die Oper mit Ihnen, der Sie[?] [ilg.] Verhandlungen in meinem Namen ihr gegenüber von mir [ilg.] sein[?] sollten, eine Abmachung getroffen haben, wonach mein Dirigentenhonorar in den 6% Tantiemen enthalten sein sillte. Selbstverständlich habe ich der Oper diese Ausrede, dass Sie von mir ermächtigt sind nicht geglaubt und auch in diesem Sinne geschrieben. Ich zweifle auch keinen Augenblick, dass Sie das nicht gesagt haben, sondern dass es sich um ein eigenmächtiges oder bequemes Missverständnis des Beamten handelt, und teile Ihnen das nur mit um Sie über das Ganze zu informieren. Jedenfalls ist die Angelegenheit und auch der Bericht[?] der Oper höchst unklar. Unklar sind mir auch die Erklärungen, die mir Dr. Bach giebt. Ich glaube fest an seine Anständigkeit[?] und noch fester an seine Versessenheit[?]. Jedenfalls aber ärgert mich die Sache so, dass ich nun endlich einmal Ordnung haben möchte --und auch mein Geld! mein von mir im Voraus vorausge[ilg.] Geld! Und deshalb bitte ich Sie, die Sache nun energisch in die Hand zu nehmen. Meines Erachtens habe ich Anspruch auf mein Dirigentenhonorar (mindestens 4000 Kronen) und auf die Tantiemen. Und die Oper hatte kein Recht, ohne mich zu fragen (und ich halte das für eine nachträgliche Deutung(?)) über mein Dirigenten-Honorar Abmachungen zu treffen, und es mit den Tantiemen zu verquicken.
Sie zu besuchen[?], wie Sie es wegen Dr. R. Mengelberg wünschten[?], war ich schon deshalb nicht in der Lage, weil ich Ihren Brief erst am Tage Ihrer Abreise erhielt! 4 Tage nach dem Briefdatum, 2 Tage nach dem Aufgabestempel! Aber auch sonst wäre es mir ganz unmöglich in der nächsten Zeit Sie aufzusuchen, denn die Arbeit an der Harmonielehre beschäftigt mich 10-12 Stunden täglich. Und ich kann doch nicht absehen, wann ich fertig werde, da ich bisher erst ein Viertel gemacht habe.
Aber vielleicht machen Sie mir einmal an einem Sonntag das Vergnügen, vormittags herauszukommen, bei Tisch bei uns zu sein und auch den Nachmittag zu bleiben! Sie waren ohnedies noch nie bei mir, was kaum höfischen Gepflogenheiten entspricht.
Herzliche Grüße Ihr Arnold Schönberg.
 
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