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Date from letter: 1917.08.29 Filing Element: 1917.08.29
ID: 489
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B004895
From
Name: Schönberg, Arnold
To
Name: Kirchberger, Hans Fritz
Title: Herr Doktor
First Line: nach Rücksprache mit meinem Verleger teile ich Ihn
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Link to sourceCommentURN / Zitierlink
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Version: Final version
Text: 29.VIII1917

Sehr geehrter Herr Dr. Kirchberger,
nach Rücksprache mit meinem Verleger teile ich Ihnen meine Einwendungen gegen den Dreililien-Verlag mit.
I. Ich muß auf eine detaillierte Rechungslegung bestehen, welche enthalten muß 1) für jedes Werk bei welchem nach Deckung der Herstellungskosten Anteile gezahlt werden, die Nennung der Herstellungskosten für die erste und die folgenden Auflagen, 2. für alle Werke eine detaillierte genaue Angabe der Anzahl der verkauften Stücke, und deren Ladenpreis, und die entfallende Quote. (Mein Verleger kann mir auf Grund dieser bisherigen Rechnungslegung nicht sagen, ob die gutgeschriebenen Beträge den Tatsachen entsprechen. Es scheint nicht zu stimmen; aber da nichts detailliert ist, kann er nichts beweisen.)
II. Ich lehne es selbstverständlich ab, die Kosten einer Bücher-Revision zu tragen. Es kann das nicht meine Sache sein, sondern die Rechung hat eben klar zu sein.
III. Ich bitte Sie daher, mir solche Rechung noch einmal zu senden, mit der Klage zu drohen und falls sie nicht geschickt wird, zu klagen auf vollkommene Rechnungslegung.
IV. Was die auf Punkt 3 Ihres Briefes von Dr. Her[t]zka erteilte Antwort anbelangt, so habe ich dagegen einzuwenden, daß ich einen 20%-Abzug für Vertriebsspesen keineswegs anerkenne. Vor allem steht davon nichts in unserem Vertrag. Wahr[?] ist es auch nicht, denn die Universal Edition zog[?] [ilg.] ihren Ant[ilg.] nicht ab. Und es ist auch selbstverständlich, daß es nicht unfär ist. Denn wofür besässe der Dreililien-Verlag denn 50% des [ilg.]ums (NB: nach Deckung der Herstellungskosten) wenn auch für das Material! Aber, wie gesagt: vor allem steht nichts dergleichen im Vertrag!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie bitten, den Vertrag auch um die Abrechnung für 1917, welche in Zeit fällig war, zu machen. Ich habe Sie bis heute nicht bekommen.
Ich danke Ihnen herzlichst für Ihre bisherige Mühe! Hoffentlich hat Ihr Vorgehen Erfolg.
Ich empfehle mich mit vorzüglicher Hochachtung
ergebenst Arnold Schönberg
 
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