| 4. Mai 1914
Lieber Herr Direktor, herzlichsten Dank für Ihren letzten Brief. Ich freue mich sehr, dass unsere „schwebenden“ Fragen somit alle erledigt sind und jedes Hindernis für einen ruhigen Verkehr beseitigt ist.
Ihre Idee bezüglich der Monodram Partitur finde ich ausgezeichnet. Allerdings mit einer kleinen Einschränkung und wenn folgende Gesichtspunkte beim Stich berücksichtigt werden:
1. Die Noten der Partitur dürfen wegen des unterlegten Clavierauszuges nicht kleiner werden, nicht an Deutlichkeit verlieren.
2. Es darf die Klavierstimme nicht in größeren Noten gedruckt werden, als die der Partitur, damit man nicht öfter umblättern muss, als sonst nötig wäre.
Und die Einschränkung ist die: die Drucklegung des Klavierauszuges würde durch diese Einrichtung nur hinausgeschoben werden (etwa bis nach der Aufführung, was den Vorteil hätte, dass man nach dem Hören einen noch einfacheren Auszug machen kann, als vorher) denn selbstverständlich: Korrepitieren kann man aus diesem Auszug nicht und fürs große Publikum ist er auch nichts, weil er zu klein gestochen ist und man zu oft umblättern muss !!
Ich werde sofort Steuermann beauftragen, den Auszug druckreif zu machen. Er muss noch auf meinen Wunsch (auch auf seinen) einiges erleichtern. Dann bitte ich Sie auch, sich mit ihm wegen des Honorars für den Auszug in Verbindung zu setzen (seine Adresse ist: Berlin W. Jenaerstr. 19). Ich schlage 200 Mark als Honorar vor. Ich glaube es ist nicht zu viel, da die Sache sehr schwierig ist. Es würden cirka 60 Druckseiten werden. Die Abschrift ist sehr eng und unschön, aber nach der Partitur revidiert, also verläßlich und daher für den Umfang nicht massgebend.
Ich danke Ihnen sehr für die Lösung der Harmonielehre-Frage und bitte Sie nun um einen Vertrag der diese Abmachung enthält. Ich hoffe, dass die Angelegenheiten, die Sie verstimmten wieder vorbei sind und bin mit vielen herzlichen Grüßen Ihr Arnold Schönberg
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