Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

Letters Details


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Date from letter: 1938.12.16 Filing Element: 1938.12.16
ID: 3118
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B031187
From
Name: Schönberg, Arnold
Address: 116 North Rockingham Avenue, Los Angeles (Brentwood), CA, USA
City: Los Angeles, Calif.
Country: USA
To
Company: Universal-Edition A.G.
Address: Karlsplatz 6, Musikvereinsgebäude, Wien I, Österreich
City: Wien
Country: Österreich
First Line: Ich weiss nicht, ob es Ihnen bekannt ist, dass in
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Link to sourceCommentURN / Zitierlink
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typed letterhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM038628
Version: Final version
Text:

An die
Universal Edition A. G.
I. Karlsplatz 6
Wien, Ostmark
Germany

16. Dezember 1938

Ich weiss nic[h]t, ob es Ihnen bekannt ist, dass in Amerika das Copyright beim zweitenmal stets im Namen des Autors genommen wird. Ich hatte bisher nicht Zeit mich ueber die rechtlichen Konsequenzen dieser Angelegenheit zu informieren und das ist einer der Gruende, warum ich die betreffenden Papiere noch nic[h]t gezeichnet habe.
Aber dann sind noch weitere Gruende. Der erste: die beiden Papiere sind verschieden im Wortlaut. Der amerikanische spricht von an mich bezahlten "royalties", waehrend der deutsche nur von dem gleichen Schutz spricht.
Der zweite Grund betrifft eben diese royalties. Ich will augenblicklich nicht davon sprechen, dass eine Reihe von Auffuehrungen, bei denenich mich verbeugt habe, oder selbst dirigiert habe, oder Kritiken darueber gelesen habe, in meinen Abrechnungen nichtvorkommen. Obwohl ich eigentlich auch darueber sprechen muesste. Sondern, ich muesste eine Zusicherung bekommen, ob Sie nach den deutschen Gesetzten berechtigt sind, mir diese mir zukommenden Betraege in Bar auszuzahlen und ob sie eine bindende Verpflichtung darueber einzugehen in der Lage sind.
Ich wuerde eventuell hiezu den Vorschlag machen, dass Ihre amerikanische Vertretung mir die auf Grund meines Vertrages zustehenden Betraege halfjaehrlich verechnet und auszahlt. Ich erbitte Ihre Auesserunghierueber.
Der dritte Grund ist, dass ich besorgt bin, ob mein Vetrag durch Sie im Sinne eines solchen Vertarges ausgeuebt werden n kann. Ich muss jedenfalls zur Kenntnis nehmen, dass Sie kaum die jenige Propaganda fuer meine Werke zu entfalten in der Lage sein duerften, welche ein Komponist staendig benoetigt. Ich koennte mich damit bescheiden. Aber ich bin im Zweifel, ob die Geetze es Ihnen erlauben wuerden, Neudrucke meine Werke auszufuehren, sobald die alten Vorraete vergriffen sind. Ich habe das Gefuehl, dass meine ersten Werke im Handel nicht mehr erhaeltlich sind. Wenigstens koennen hiesige Musikalienhandlungen sie nicht beschaffen. Sie werden begreifen, dass ich dehalb zoegere und ich wuerde deshalb gerne von Ihnen eine verbindliche Aufkunft erahlten[!], ob Ihr Interesse an meinen Kompositionen ein solches ist, wie ein Komponist voraussetzen muss, wenn er die Fruechte jahrelangen Arbeitens aus der Hand giebt. Ich meine, ich moechte gerne wissen, welches Interesse Sie eigentlich daran haben, mein Copyright zu besitzen, falls die Gesetze Ihnen dessen Benuetzung verbieten.
Ich bin der Meinund dass diese Fragen in unserem Vertragsverhaeltnisse gegenwaertig einer Klaerung beduerfen und glaube annehmen zu duerfen, dass Sie mir darin recht geben werden. Ich selbst will gerne alles dazu tun, was eine befriedigende Loesung ergibt. Und wenn Ihre Aufklaerungen mich darueber beruhigen und wenn sie in dieser Copyright-anfordreung[!] entsprechend korrigiert werden, so will ich die Unterzeichnung desselben ernstlich in Betracht ziehen. Aber ich denke, es muesste darin vermerkt sein, dass der Schutz meiner We[r]ke auch in der Weise ausgeuebt wird, dass die mir zukommenden Betraeg[e] in Bar an mich geleistet 'werden.
Ich verbinde diese Gelegenheit zu fragen, ob Sie bereit sind, mir einige Freiexemplare meiner Werke zu senden, welche ich hauptsaechlich zu Geschenken an oeffentliche Studenten-Leihbibliotheken zu verwenden beabsichtige.
Ich hoffe recht bald Ihre frendliche Antwort zu erhalten und wuensche herzlichst, dass sie mich befriedigt.
Hochachtungsvoll
Arnold Schoenberg

 
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