Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

Letters Details


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Date from letter: 1934.01.17 Filing Element: 1934.01.17
ID: 2611
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B026116
From
Name: Schönberg, Arnold
Address: 1284 Beacon Street, Pelham Hall, 720 Brookline, MA, USA
City: Brookline, Mass.
Country: USA
To
Name: Kalmus, Alfred
Title: Herrn Dr.
Company: Universal-Edition A.G.
Address: Karlsplatz 6, Musikvereinsgebäude, Wien I, Österreich
City: Wien
Country: Österreich
First Line: ich habe eine Bitte an Sie: ich muß mein Englisch
Description: Received by UE: 1934.01.29
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Link to sourceCommentURN / Zitierlink
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typed letterhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM003352
Version: Final version
Text: 17. I. 1934

Herrn Dr. Kalmus
Universal Edition
Wien I. Karlsplatz 6

Lieber Herr Dr. Kalmus,
ich habe eine Bitte an Sie: ich muss mein Englisch möglichst rasch vevollkommen. Es geht schon verhältnismässig gut; das mesite Schwierige kann ich schon ganz gut sagen aber fast alles leichtengeht noch fast so schlecht, wie im Deutschen. Immerhin kann ich schon, wenns nötig ist, onen[!] Brief ohne Konzept schreiben. Aber ich muss unbedingt in gewissen grammatikalischen Dingen sicherer werden. Dazu brauche ich eine gute Grammatik oder vielleicht sogar besser 2. Und zwar eine für Mittelschulen, wo man alles von Grund auf lernen und (insbesondere!) nachschlagen kann. Dann aber vielleicht eine für die höhere Ausbildung. Es gibt doch sicherlich so etwas fü[r] Hochschüler? Ich überlasse die Auswahl der Bücher schon aus Zeitmangel ganz Ihrer Einsicht. Sie sind doch genug Amerikaner um zu wissen, was ich brauche. Die Hauptsache aber ist: rasch!
Nun brauche ich aber noch ein Buch. Nämlich: Toussaint-Langenscheidts:
Phraseologie der englischen Sprache.
Ich bin zwar ganz ueberzeugt davon, dass es sehr veraltet ist und nur in einer so gemeinen und unzulänglichen Weise modernisiert ist, wie alle diese Schundsachen. Aber es dürfte doch für mich nichts anderes übrigbleiben und ich werde es in Kauf nehmen müssen, dass zwar ein paar flotte Worte über das Automobilfahren ("Geben Sie doch Ihrer alten Karre etwas mehr Gas!") eingefügt wurden, aber dass daneben im Kapitel "Im Gasthofe" der "Reisende" sagt: "Hausknecht, haben Sie vorhin nicht gehört, wie ich die Glocke gezogen habe? Ich kann den Stiefelknecht nicht finden, weil es finster in dem Zimmer ist. Bringen sie mir allsogleich eine Kerze!" Aber immerhin wird das Englisch Englisch sein und das brauche ich.
Wenn sie es wuenschen, kann ich Ihnen den Konstenbetrag in einem Check schicken. Abervielleicht ist es doch richtiger, ihn von meinem Konto abzuschreiben.
Noch eine kleine Bitte: möchten Sie nicht Herrn Stein fragen, was mit meinen Bibliotheken ist. Ich brauche die sehr dringend hier.
Von mir muss ich leider etwas unerfreuliches berichten: seit den ersten Decembertagen ahtte[!] ich wieder eine Grippe mit fürchterlichem Husten und wiederholten Rückfällen, deren letzter dazu geführt hat, dass ich auf der Fahrt zu meinem Bostoner ersten Konzert (nachdem ich schon tags vorher in Cambridge bei Boston dasselbe Programm dirigiert hatte) einen so heftigen plötzlichen Hustenanfall bekam, dass mir irgendetwas dabei gerissen ist, vermutlich ein Muskel und ich solche Schmerzen bekam, dass ich beide Konzerte (12. u. 13.) und einen Vortrag an der Princeton University (Ueber die 12-Ton-Komposition) absagen musste. Ich werde wahrscheinlich die Konzerte nachtragen können, aber dem Vortrag kaum. Wahrscheinlich werde ich ihn in Chicago halten, wo ich am 8. u. 9. II. dirigieren soll und an einem vom "Arts Club" mir zu Ehren veranstalteten Empfang teilnehmen soll. Hoffentlich bin ich bis dorthin wiederhergestellt. Jetzt geht es mir schon besser, am beim Husten, der ja einer meiner Hauptberufe ist, tut es mir noch immer mörderisch weh.
Grüssen Sie bitte alle mein Freunde und erzählen sie ihnen, was sie interessiert.
Ich danke Ihnen im Voraus herzlichst für die freundliche Erfüllung meiner bitten und grüsse Sie, sowie meine Freunde im Hause aufs herzlichste, Ihr
 
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