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Letters Details


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Date from letter: 1914.05.19 Filing Element: 1914.05.19
ID: 23852
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B238524
From
Name: Geidel, Friedrich Moritz
Company: F.M. Geidel
Address: Wittenberger Straße 23, Leipzig, Deutschland
City: Leipzig
Country: Deutschland
To
Company: Universal-Edition A.G.
First Line: Das Manuskript von der Partitur erhielt ich und
Additional enclosures: Schönberg's handwritten reply (see ID23853) attached to the letter.
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
Final versiontyped letter (3p.)3p.ASCT26.07
Final versionscan (3f.)3f.ASCT26.07
Final versiontranscription (1p.)1p.GA Reihe B/Band 6,2p. 234 (partial)

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Link to sourceCommentURN / Zitierlink
typed letterhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM193920
Version: Final version
Text:

F. M. GEIDEL, LEIPZIG
Anstalt für
Notenstich, Notendruck und Anastatischen Druck
Stein= und Buchdruckerei, Notensatz, Stereotypie
Lithographie, Autographie und Buchbinderei
Fernsprecher 36 .... Bank-Konto: Frege & Co., Leipzig


Leipzig, den 19. Mai 1914.

Verehrl.
Universal-Edition, A.-G.,
Wien.

Das Manuskript von der Partitur erhielt ich und hat mein Faktor sofort die Einteilung gemacht:
Freilich stossen nun dabei eine ganze Masse Fragen auf und kann ich Ihnen demzufolge auch noch nicht genau sagen, wieviel Seiten die Partitur wohl einnehmen wird. Der Umfang dürfte sich auf ungefähr 80 – 85 Seiten belaufen, wobei fast durchgehend 2 Systeme auf die Platte kommen und zwar bis zu 34 Linien in der Höhe. Dies bedingt nun freilich, dass ein etwas grösseres 1) Format als das übliche Quart genommen wird und zwar das sogenannte Doppel-Pariser, wovon ich Ihnen zur Ansicht einen Bogen mit einer gedruckten Partiturseite von 33 Linien gleichzeitig unter x Bd. zusende. Zu der Partitur würde auch dasselbe Zeug, wie zu der Vorlage, zu nehmen sein.
2) Das Manuskript ist meist sehr eng geschrieben, sodass es sehr oft nicht möglich ist, den vorhandenen Stoff auf einer Seite des Manuscr. auch wieder auf einer Platte unterzubringen.
Sie schreiben nun, dass alles genau wie in der Partitur gestochen und eingerichtet werden solle, was aber ganz undenkbar ist, denn es sind lt. Vorschrift des Herrn Komponisten oft Linien3), wo 5 und noch mehr Instrumente darauf stehen, in 2 Linien auseinander zu ziehen. Auch kommt es oft vor, dass z. B.4) die Celestastimme mit der Linie der Harfenstimme geschrieben ist, was doch auch nicht geschehen darf. Dann wieder 5) ist die Harfenstimme oft nur auf einer Linie geschrieben, was auch nicht gebräuchlich ist, denn sie wird stets auf 2 Linien gestochen. Auch steht 6) die Celestastimme oft über der Harfe und so auch die Beckenstimme über und unter den Pauken. Hier muss doch eine Gleichheit durchgeführt werden. Wollen Sie mir also sagen, ob die Harfenstimme auch Celesta durchgehend auf 2 Linien 7) gestochen werden soll. Auch bitte ich um Bescheid, ob die Celestastimme 8) immer unter die Harfe zu stehen kommen soll, und die Beckenstimme unter die Paukenstimme.
9) Hin und wieder ist auch bei dem Schlagzeug nur eine Linie für die Noten gezogen, z.B. für Triangel und auch für Becken. Sollen da nicht auch immer die üblichen 5 Rastorallinien sein und dass bei der Triangelstimme die Noten in die C Linie gestochen werden? [Notenbeispiel]
10) !! nein Es ist öfters nötig, dass, wo 5 Instrumenten von ungleicher Stimmung auf einer Linie stehen, dieselben aus einander gestochen werden müssen, z. B. Clarinette in D & A. In solchen Fällen ist es wohl nötig, dass die Noten der einen Stimme transponiert werden? 10)
In der Regel werden Bezeichnungen auf 11) der A & C Saite bei den Streichern und etwaigen Bezeichnungen wie 12) Flatterzunge in den Bläsern nicht mit in die Partitur aufgenommen. Scheinbar will dies aber hier der Herr Komponist und ich frage nur noch einmal der Sicherheit halber an, ob sie tatsächlich hier in der Partitur mit zu stechen sind.
13 nein Wenn 1systemige Platten vorkommen, dann könnten wohl die Divisistellen in den Streichinstrumenten auseinander gestochen werden, damit die Seite besser gefüllt wird?
14 nein Auf der 1. Seite der Partitur ist es wohl angebracht, dass alle vorkommenden Instrumente vertreten sind (es würden 28 Linien werden) es würde da natürlich nur 1 System mit 28 Linien gestochen.
15 Nun möchte ich auch genaue Angaben darüber haben, wie die Abkürzungen vor den einzelnen Linien gehalten werden sollen, ich lege die Instrumentenbezeichnung bei und bitte Sie, darauf die Abkürzungen vornehmen zu lassen und mir wieder zurückzuschicken. Jedenfalls ist es ratsam, dass die Abkürzungen so kurz wie möglich gemacht werden, denn es wird sonst zu viel Raum vor den Linien gebraucht und der Kostenpunkt spricht hier auch mit.
Dann möchte ich Sie auch um ein Textbuch bitten, was zur Erleichterung bei dem Stechen dienen soll.
16 Wie ich nun die verschiedenen Crescendozeichen und Diminuendozeichen etc. stechen soll, ist mir auch noch nicht klar, und ich möchte Sie doch bitten, auf der mitfolgenden Probe prüfen zu lassen, ob sie so richtig sind. Auch finden Sie darauf ein 17 Tempowort und 18 Wiederholungszahlen und bitte ich, mir auch hierüber zu sagen, ob diese so recht sind.
Es ist eben bei der Partitur so vielerlei fraglich, dass die Stecher sehr ängstlich werden und nicht wissen, wie sie es richtig machen, daher frage ich an und würde dann unter Umständen, nach Eingang ihrer Antwort, erst eine Probeplatte stechen lassen, damit für später unliebsame Veränderungen vermieden werden.
19 Obwohl ich annehme, dass es seine Richtigkeit hat, möchte ich aber doch zur Sicherheit noch anfragen, ob die aufgeklebte Seite 67 20 das wirkliche Schluss ist?; scheinbar geht es ja weiter, denn es schliesst mit fortlaufender Figur.

Hochachtungsvoll
F. M. Geidel

[seitlich quer:] Auf der ersten Seite des Manuscripts steht auch noch bei den Anmerkungen des Herrn Komponisten: Notiz „Pierrot George Lieder“, was mir nicht klar ist.

 
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