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Letters Details


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Date from letter: [1911?].??.?? Filing Element: 1911.00.00
ID: 176
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B001760
From
Name: Schönberg, Arnold
To
Name: Marschalk, Max
Title: Herr
Company: Verlag Dreililien
Address: Halberstädterstraße 6, Berlin-Halensee, Deutschland
City: Berlin
Country: Deutschland
First Line: Diese Sendung erfolgt in der Voraussetzung,daß Sie
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Link to sourceCommentURN / Zitierlink
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Version: Final version
Text:

[an Max Marschalk]

Diese Sendung erfolgt in der Voraussetzung, dass Sie Pelleas und Melisande für den Dreililien Verlag erwerben wollen. Um nun eine Aufführungsmöglichkeit nicht zu verhindern, sandte ich die Korrektur, obgleich ich folgenden Vorbehalt geltend machen muß.
Ich muß Sie daran erinnern, daß bis heute 4 Jahre verstrichen sind, seit Sie dies Werk erwarben. Nach dem Urheberrecht, bin ich nun frei, wenn Sie innerhalb dreier Jahre [ilg.] das Werk nicht [ilg.] leisten.
Es sind damit auch alle dafür gezahlten Honorare verfallen, und somit verfüge ich unbeschränkt über das Urheberrecht wohl an diesem Werk.
Nun bin ich [ilg.] aber gerne bereit, Ihnen entgegenzukommen, das sagte ich Ihnen schon wiederholt; denn ich will ja keinen Nutzen, der mir durch eine un[ilg.]liche Umstände mir zufiele, haben. Und ich habe gar nicht die Aufführenden[?] zu schädigen, obgleich das Nicht[ilg.] meines Werkes für mich für mich[!] ein Schaden ist.
Ich stelle Ihnen daher folgendes Angebot: Sie können Pelleas und Melisande ([ilg.]) erwerben, wenn Sie sich verpflichten, binnen drei Monaten Partitur und Stimmen (autografiert, eventuell auch beides mit dem billigeren Stück über Weihnachten drucken zu lassen, so daß es in 3 Monaten aufliegt; und daß Sie anerkennen, daß die für Pelleas gezahlten 500 Mark verfallen sind. Sie führen nämlich irrtümlicher [Weise] diese 500 Mark in ihren Rechnungslegungen (an denen ich noch einiges[?] zu beanstanden finde) als mir [ilg.] bezahlt an. Das also müßte gestrichen werden. In diesem Falle würde ich für die nun diese Erwirkung des Direktors, um Ihnen entgegenzukommen, kein neues[?]Honorar verlangen.
Selbstverständlich: Sie können dieses Werk auch im Rahmen unseres noch laufenden Vertrages erwerben; das heißt die 500 Mark sind nun allein davon zur Werks[ilg.], nicht wiederholbar, sondern [ilg.]zahlbar[?].
Auf dieses Angebot, muß ich in längstens 8 Tagen Antwort haben, sonst nehme ich an, daß Sie auf das Werk endgültig verzichtet haben und auch auf das Geltendmachen Ihres Verkaufsrechtes verzichten.
Ich bitte Sie also um Antwort innerhalb dieser Frist, denn ich möchte mit Ihnen nicht gerne feindschaflich, sondern freundschaftlich weiterverkehren. Sie scheinen das ja eigentlich[?] nicht so unbedingt zu wünschen, denn Sie haben auf meinen letzten, wie ich glaube, sogar netten[?] Brief, gar nicht geantwortet! das war nicht sehr freundschaftlich von Ihnen.
Was fehlt Ihnen? Warum lassen Sie gar nichts von sich hören?
Im "Merkur" ist ein Aufsatz von mir "Ueber Musikkritik" er [ist?] schlimm. Möchten Sie den lesen?
[ilg.]cher Gruß
Arnold Schönberg

Herrn Max Marschalk
Verlag Dreililien
Halensee

 
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