| W
Wien 24. März 1914.
Wohlgeboren
Herrn Arnold Sch[ö]nberg
Berlin
Sehr geehrter Herr Schönber[g]!
Eben erhalte ich von H[e]rrn Dr. Fritz Lemberger aus Graz, der in den letzten Monaten [d]ie Kammersymphonie dort zwei mal aufgeführt hat, die Mitteil[u]ng, dass er doch noch hofft, in dieser Saison eine Klavieraufführung des I. Teiles der Gurre-Lieder in Graz durchzusetzen. Bei diesem Anlass erinnere ich mich der szt. Wiener Aufführung, die aus einem Arrangement für zwei Klavier [sic] zu vier Händen (oder acht Händen?) erfolgt ist.
Ich möchte nun bei Ihnen anfragen, wo dieses Arrangement sich befindet und Sie bitten, mir, falls Sie dasselbe besitzen, es uns einzusenden, damit wir über dasselbe, falls es benötigt wird, jederzeit verfügen können und event. auch eine Abschrift anfertigen lassen könnten. Ich glaube, dass in kleinen Städten, Aufführungen des I. Teiles in einer Bearbeitung für zwei Klaviere grosse Wirkung üben könnten und das Interesse und den Verkauf Ihrer Werke heben.
Ich erwarte also baldigste, diesbezgl. Mitteilung und begrüsse Sie in aufrichtiger Verehrung
ergebenst
Universal-Edition Actiengesellschaft
Hertzka
|