Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

Letters Details


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Date from letter: 1914.01.09 Filing Element: 1914.01.09
ID: 17516
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B175163
From
Name: Hertzka, Emil
Company: Universal-Edition A.G.
Address: Reichsratsstraße 9, c/o Universal Edition, Wien I, Österreich
City: Wien
Country: Österreich
To
Name: Schönberg, Arnold
Title: Herr
Address: Berliner Straße 17a, Berlin-Südende, Deutschland
City: Berlin
Country: Deutschland
First Line: In sofortiger Beantwortung Ihres gesch. Gestrigen
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Final versionphotocopy (2p.)2p.ASCL27U4
Final versionscan (2f.)2f.ASCLC109
Final versionprinted (1p.)1p.GA Reihe B/Band 16,3p. 218 (partial)
Final versiontranscription (partial)1p.GA Reihe B/Band 11,4p. 147 (partial)

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typed letterhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM145858
Version: Final version
Text:

W
Wien 9. Jänner 1914.
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Berlin

Lieber Herr Schönberg !

In sofortiger Beantwortung Ihres gesch. Gestrigen freue ich mich, dass ich Sie noch Mittwoch in Berlin antreffe. Wir können Vormittag alles in Ruhe besprechen und ich werde zwischen 9 – 10 Uhr bei Ihnen sein. Ich werde Ihnen auch persönlich mitteilen, unter welchen Bedingungen ich in der Lage wäre, Ihnen noch einen Vorschuss zu erteilen und es wird nur an Ihnen liegen, diese Bedingungen zu akzeptieren.
Ihr schöner Plan, mit Ihnen nach London zu fahren, ist leider ganz und gar undurchführbar. Ich war jetzt zehn Tage von Wien weg und stecke noch voll in Rückständen; zudem kann ich vor 13ten abends von hier nicht abreisen und soll Samstag den 17. ds, wieder zurück sein. In der Zwischenzeit soll ich verschiedene wichtige Dinge in Berlin, Leipzig, Breslau, etc. erledigt haben. Da lässt sich leider London nicht noch einschieben. Sie überschätzen es sicherlich, wenn Sie glauben, dass ich eine Gurrelieder-Aufführung in London leicht durchsetzen kann. Die Aufführung von derartigen Vokalwerken in London ist fabelhaft schwierig zu erreichen und die achte Symphonie von Mahler die schon in ganz kleinen deutschen Städten gespielt wurde, hat noch gar keine Aussicht nach London zu kommen. Trotzdem ist es ja sehr leicht möglich, dass die Gurre-Lieder in London bald herausgebracht werden können und ich bin überzeugt, dass Ihre persönliche Anwesenheit in London dazu riesig viel beitragen kann. Ich könnte ja selbstverständlich die Sache fördern wenn ich dort wäre, das kann und will ich aber auch durch Briefe von Wien aus tun; aber irgend wie ausschlaggebend wäre meine persönliche Anwesenheit dort gewiss nicht.
Bezüglich der halben Schönberg-Woche in Leipzig habe ich mir von meinem dortigen Vertreter die Berichte der Zeitungen kommen lassen. Wenngleich Sie ja keineswegs massgebend sind, so möchte ich doch sehen, wie die Leipziger Kritik sich nun vor den Gurre-Liedern zu Ihrem Kammermusik- und Lied-Schaffen stellt.
Dass die Kammersymphonie von einem erstklassigen Orchester mit vier Proben nicht gut gemacht werden konnte, ist wirklich schade; ich fürchte, dass es unter diesen Umständen sehr wenig gute Aufführungen jemals geben wird, denn welches Orchester kann bei dem heutigen Betrieb 6–8 Proben für ein verhältnismässig kurzes Werk aufbringen !
Auf Wiedersehen also am Mittwoch und viele herzliche Grüsse von Ihrem Ihnen in aufrichtiger Verehrung
ergebenen
Hertzka

 
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