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Letters Details


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Date from letter: [1949].09.28 Filing Element: 1949.09.28
ID: 17151
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B171517
From
Name: Steuermann, Eduard
Address: 160 West 73rd Street, New York 23, NY, USA
City: New York, NY
Country: USA
To
Name: Schönberg, Arnold
First Line: ich hoffe, daß Du Deinen Geburtstag in Wohlbefind
Language: G, German
VersionFormatfolSourceLocation in source
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Version: Final version
Text: NEW YORK

28./IX.

Lieber Schoenberg,
ich hoffe, dass Du Deinen Geburtstag in Wohlbefinden und bester Gesundheit verbracht hast. Es tat uns so leid, dass man die Uebertragung der Orchesterstuecke hier nicht hoeren konnte. - Ich bitte Dich sehr um Verzeihung, dass ich wegen der Recordings noch nicht berichtet habe. Der Grund meines Zoegerns war wohl, --dass ich nicht genau weiss, wie es ausgefallen ist. Ich, bin, wie wohl jeder, waehrend der Aufnahme so aufgeregt, dass ein wirkliches Urteil sich kaum bilden kann. Ich habe den Eindruck, dass die Stuecke op. 11 anstaendig sind, --wegen der op. 23 habe ich Bedenken, und werde, wenn ich sie noch einmal hoere, was in kurzer Zeit geschehen soll wissen, ob die Aufnahmen so bleiben koennen, oder, ob ich irgend ein Stueck noch einmal spielen soll. Was haette ich darum gegeben, Deinen Rat zu haben, vor Allem: wie wichtig es ist, dass kein falscher Ton hineinkommt. Die ganze Aufmerksamkeit ist ja meistens darauf konzentriert keinen Fehler zu machen, was natuerlich der "Inspriration" nicht zugute kommt, und gerade die op. 23 sind so riskant. Die Beiden "Producers" sowohl Robin, wie Russel wollen die Stuecke auf "long-playing records" herausbringen, da das Publikum diese lieber kauft. Ich finde, dass das keinen Sinn hat, aber die "distributors" haben mehr Ueberzeugungskraft als ich, --und so kommt die Frage der 2ten Seite dieser lang-spielenden Platten auf. Robin will auf der anderen Seite die Sonate von Berg haben, (ich hatte ihm zugeredet eine Suite von Bach zu spielen, aber davon haben ihn die Berater auch abgebracht), --Russel[l], die "Dial-Records", moechte die Fantasie fuer Violine, die entweder Kolisch, oder Mann, vom Juill[i]ard-Quartett, oder ein anderer, (ausgezeichneter) junger Geiger, Braudus Earl ist, glaube ich sein Name, spielen wuerden; das Klawier wuerde natuerlich ich uebernehmen. Wuerdest Du die Guete haben, mich moeglichst bald, wissen zu lassen, ob Du es erlaubst. Es ist ziemlich eilig, da die Platten natuerlich moeglichst bald herauskommen sollen und es wird noch Zeit brauchen, bis es zur Aufnahme kommt.
Ich soll am 26ten Oktober die Klawierstuecke op. 11, 19 und die Suite op. 25 in der Town-Hall spielen: Eine Abteilung der Juill[i]ard-School veranstaltet in Verbindung mit Town-Hall ein Serie von Konzerten verbunden mit Vortraegen und das dritte soll eben ein Schoenberg-Abend sein. Der Vortragende soll ein Herr Tangeman sein. Ich habe zuerst Schwierigkeiten gemacht und ihm gesagt, dass bei dem "Geist" der die Juill[i]ard-School beseelt ich dem Vortrag nicht traue und in keinem Fall mitwirken wuerde, wenn in dem Vortrag auch nur ein Wort von "Kritik", oder "Bedenken" vorkommt. Darauf schlug er mir vor zu mir zu kommen und mir den Vortrag zu zeigen; --ich habe daraufhin natuerlich angenommen.
Ich moechte Dir zum Schluss eine Ankuendigung aus Buenos-Aires schicken; ich bin sehr stolz, dass es mein Neffe ist, der da Klawier spielt. Er gab daraufhin noch ein Konzert (am 26ten) in dem er alle Deine Klawierwerke spielte.
Mit den herzlichsten Gruessen an Dich and Deine Familie
Dein
Eduard Steuermann
 
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