| [recto]
Verlag Dreililien
Halensee-Berlin
Georg-Wilhelm-Str. 22
den 26.Maärz 1903
Herrn Arnold Schönberg
Wien
Lieber Herr Schönberg!
Aus der beiliegenden Annonce ersehen Sie, dass Fried sich nicht hat entschliessen können Ihre sinfonische Dichtung "Pelleas und Melisande" Aufzuführen. Er hatte von uns, wie ich Ihnen wohl mitteilte, die Bezahlung einer Orchesterprobe verlangt. Wenn er sich verpflichtet hätte das Werk aufzuführen, so hätte sich über einen Zuschuss von Mk.350 reden lassen. Aber er behielt sich vor das Werk nach dem Ausfall der Probe evt. abzulehnen und darauf konnten wir uns natürlich nicht einlassen.
Mit besten Grüssen
Ihr
Max Marschalk
[verso]
Geehrter Herr, ich bedaure, dass Sie auch diesmal nicht imstande waren, sich aus meinen Noten ein Bild von meiner Musik zu machen. Schade nur, dass ich anderes [?] Mittel, sich einem Musiker verständlich zu machen weiß, als: Noten. Jedenfalls ist meine Partitur (für jetzt sind wohl auch für [...]) für [...] Sachen. Und deshalb bitte ich Sie, mir sie umgehend freundlichst zurückzuschicken.
|