Arnold Schönberg Center - Brief Datenbank

Letters Details


fu urnFor(letters,1236):SELECT * FROM urns WHERE datei='letters' AND id_datei=1236 AND parameter=''
Date from letter: 1920.07.26 Filing Element: 1920.07.26
ID: 1236
URN: https://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-B012368
From
Name: Mengelberg, C. Rudolf
To
Name: Hertzka, Emil
Title: Herr Director
Company: Universal-Edition A.G.
Address: Karlsplatz 6, Musikvereinsgebäude, Wien I, Österreich
City: Wien
Country: Österreich
First Line: Heute morgen erhielt ich Ihre 20. Juli, bezieh. 20
Description: Enclosed to ASCC ID 14237
Language: G, German
Transcribed
VersionFormatfolSourceLocation in source
Final versiontyped letter (2p.)2p.
Final versioncarbon copy (2p.)2p.LC
Final versionmicrofilm (2fr)2fr.ASCSatCollL10, rl.19, fr.148-149
Final versionphotocopy (2p.)2p.ASCL7U3
Final versionscan (2f.)2f.ASCLC030

fu urnFor(manifest,2093):SELECT * FROM urns WHERE datei='manifest' AND id_datei=2093 AND parameter=''
Link to sourceCommentURN / Zitierlink
carbon copyhttps://repo.schoenberg.at/urn:nbn:at:at-asc-BM020932
Version: Final version
Text:

den 26. Juli 1920.

unkorrigiert

Herrn Director E. Hertzka,
Universal Edition,
Karlsplatz,
Wien.

Sehr geehrter Herr Director!
Heute morgen erhielt ich Ihre 20.Juli, bezieh. 20. August datierten, 22. Juli von der Post gestempelten Schreiben betr. Mahlerfest-Errinerungsbuch[!] und Stipendium und dante[!] Ihnen, nachdem ich mich in der Angelegenheit sogleich telephonisch mit Willem Mengelberg verständigt, folgendes Telegramm.
Mahlerbuch noch etwa zwei D[r]uckbogen ausstehent[!]. Willem Mengelberg ersucht nachdrücklich dringen[d]st Drucklegung sofort beginnen. Angelegenheit Mahlerbund hierbei vorläufig Nebensache. Gabe des Mahlerbundes würde Ihnen natürlich vergütet.
Ihn[!] Ihrem Brief erwähnen Sie mein Schreiben vom 31. Juni aus Krefeld im zusammenhang mit dem Mahlerfestbuch überhaupt nicht, obwohl aus Ihrer Antwort betr. meine Kompositionen hervorgeht, dass Sie von dehmselben[!] Kentniss nahmen. Schon 21. Juni schrieb ich Ihnen wegen der Publikation des Buch durch den Mahlerbund, und bat Sie, sich zu äus[s]ern, wie Sie dazu stellen. Auch schrieb ich ausdrücklich dabei, dass ich [die]sen Vorsc[h]lag "Nach Rücksprache mit Schönberg und Willem Mengelberg" mache. Am 20. Juli schreiben Sie mir--diese deut[ilg.] Mitteilung einfach negierent[!]--dass Sie erst die Zustimmung Schöbergs haben müssen!
Aus[s]erdem frug ich Sie damals schon, ob alle Vorträge [in] Ihrem Besitz seien, diese Frage beantworteten Sie auch ni[cht] in Ihrem Brief vom 20. dies. Währent[!] ich gleichzeitig aus [...] Karte von Prof. Adler entnehme, dass Sie ihn bis jetzt ni[cht] um Zusendung seines Vortrages gebaten haben.
Daraus ersehe ich, dass Ihrerseits die ganze Angele[genheit] überhaupt nicht weiter behandelt wurde. Sie nahmen sich nicht einmal die Mühe, meiner Briefe genau zu lesen und beantworten--lies[s]en mich aber ruhig meine Ferienzeit dar[ilg.] wenden das Material für die Publikation so schnell wie [möglich] zusammen zu tragen und zu ordnen, was eine immerhien[!] ni[cht] kleine Mühe war.
Aus Ihrem letzten Brief vom 20. dieses, den ich entlich[!] nach wochenlangem Warten erhielt, wird nun deutlich, dass Sie die ganze Sache so zu verzögern im begriffe sind, dass die Publikation überhaupt zweifelhaft wird. Auch namens Willem Mengelberg bitte ich Sie darum sich offen zu äus[s]ern, und klipp und klar zu erklären, ob Sie die Veröffentlichung die Sie selbst angeboten haben, ausführen wollen oder nicht.
Dass Sie es nicht einmal nötig fanden das gesante[!] Material einzusehen, berührt mich nach all der daran gewanten[!] Mühe, höchst unangenehm. Wenn Sie sich Ihrerseits nach Zusammenstellung der Vorträge diese kleine Mühe gemacht hätten, und meinen Brief dazu eingesehen hätten, so hätten Sie sich gewiss ganz gut ein Bild machen können über Art und Umfang der Publikation und hätten auch den Verlagstechnischen Fragen näher treten können. Denn Sie können doch wohl kaum im Ernst erklären, dass von den noch ausstehenden etwas 30 Seiten die ich dabei auch praktischen Notwentikeiten[!] entsprechent[!], etwas kürtzen[!] oder ausdehnen könnte, der ganze Druck des Buches abhängt.
Schlies[s]lich weise[?] ich noch als nachdrücklich darauf hien[!], dass es ja vorläufig ganz nebensächlich ist, ob das Buch nach Fertigstellung als Publikation des Mahlerbundes erscheint, ob Sie dem Bund natürlich gegen angemessene Vergütung ein Teil der Exemplare überlassen u.s.w. Die Hauptsache ist, dass der Buch so schnell wie möglich bewerkstelligt wird, da das Buch ja vor allem auch einen actuellen Wert hat, und der Verkauf auch fraglos auch von seinem zeitigen Erscheinen abhängt.
Der Buchangelegenheit gegenüber erscheint uns die Frage des kleinen Stipendiums vorläufig ganz sekuntärer[!] Natur. Mit der von Ihnen vorgeschlagenen Form wird Willem Mengelberg gewiss einverstanden sein. Mit der definitifen[!] Formulierung können wir wohl bis nach Ihrer Amerikareise warten, währent[!] alle das Mahlerbuch betreffenden Fragen vorher erledigt sein müssten und die pracktische[!] Ausführung so weit wie möglich gefördert damit die Sache in Ihrer Abwesenheit zu gutem Ende geführt werden kann.
Ich sehe darum einer umgehenden Antwort Ihrerseit[s] mit grösstem Interesse entgegen und verbleibe mit ausgezeichneter
Hochachtung

 
@ Arnold Schönberg Center
Visit us at www.schoenberg.at