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Sie befinden sich hier: Alle Titel / Streichquartett Nr. 2 - B. Einrichtung für Streichorchester (1919) / Kontrabaßstimme

Streichquartett Nr. 2
B. Einrichtung für Streichorchester (1919)

Quelle: Kontrabaßstimme
Verschollen

Quellentyp: Stimmen

Beschreibung: Die vormalige Existenz einer separaten Kontrabaßstimme, die bei der Aufführung am 3. Juni 1919 verwendet wurde, ist nicht sicher belegt, wird aber durch mehrere Quellen zumindest wahrscheinlich gemacht. Dabei kann für die Beantwortung der Frage, ob bei der Aufführung ein Kontrabaß mitgespielt hat und welche Stimme dafür verwendet wurde, zum einen auf schriftliche Zeugnisse (Briefe), zum anderen auf die Quellen selbst zurückgegriffen werden.
In einem Brief an Hugo Botstiber (13.3.1919) über das ursprünglich für den 26. März 1919 geplante Konzert erwähnte Schönberg zwar als geforderte Besetzung ausdrücklich lediglich 8 Prim, 6 Sekond, 6 Bratschen, 6 Celli, nicht aber Kontrabässe, doch wird abschließend ein Podium als unabdingbar genannt, das groß genug ist für 28 Instrumente. Daher könnte Schönberg die Mitwirkung von zwei Kontrabässen zu diesem Zeitpunkt zumindest eingeplant haben. Im Brief an Alexander Zemlinsky vom 28.1.1920 ist dann von ca. 26 Streichern ohne nähere Spezifizierung die Rede, was die Mitwirkung von Kontrabässen offen läßt. Die Frage, ob Kontrabässe bei der Aufführung mitgewirkt haben, ist dann 1927 im Rahmen der Vorbereitung einer gedruckten Ausgabe der Einrichtung für Streichorchester ausdrücklich erörtert worden, allerdings erneut mit unklarem Ergebnis. Schönberg schrieb an Erwin Stein, daß er sich nicht erinnern [könne], ob [er] wirklich Kontrabässe habe mitspielen lassen. Eine Anfrage Steins an Anton Webern, der seinerzeit der Aufführung beigewohnt hatte, ergab, daß dieser sich erinnerte, dass Sie solche [Kontrabässe] verwendet haben, aber sehr diskret. Auch der Quellenbefund bringt keine endgültige Klärung. Auf der einen Seite stehen die im Besitz Schönbergs sich befindliche Partitur I, die keine Eintragungen für einen Kontrabaß enthält, sowie die Stimmen K, unter denen sich keine Kon- trabaßstimme befindet. Auf der anderen Seite ist die in Bergs Besitz überlieferte Partitur L, in der Eintragungen für eine Kontrabaßstimme vorhanden sind (vgl. unten). Der Status der zuletzt genannten Quelle ist allerdings unklar, da sicher aus I und K musiziert wurde. So lassen sich folgende Möglichkeiten hinsichtlich der Kontrabaßstimme zusammenfassen: Erstens könnte gemäß den Angaben in L eine Kontrabaßstimme separat herausgeschrieben worden sein, die nicht überliefert ist. Zweitens könnte der Kontrabaß auf eine der Stimmen von K zurückgegriffen haben (es existieren vier komplette Stimmsätze, für 6 Violoncelli wurden aber nur drei Stimmen benötigt). Da keine der überlieferten Violoncellostimmen von K Einzeichnungen für die Mitwirkung eines Kontrabasses enthält, bleibt bei dieser Möglichkeit jedoch unklar, wie der Spieler zwischen Stellen, bei denen er das Violoncello verdoppeln und solchen, bei denen er pausieren sollte, unterscheiden konnte (hier wäre es beispielsweise theoretisch möglich gewesen, eine Differenzierung von Stellen im forte und piano vorzunehmen oder den Kontrabaß generell als Baßverstärkung zu verwenden). Drittens ist nicht auszuschließen, daß eine Mitwirkung des Kontrabaß nur erwogen, letztendlich aber nicht realisiert wurde und sich Webern gut acht Jahre später falsch erinnerte.

Quellensiegel: Ka*
Gesamtausgabe: Reihe B, Band 9, S. 146

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